Bei Kriminellen kann man keine Werbung machen

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Kriminelle Schweizer: Sepp Blatter

Meldungen

präsentiert von Michael Palomino

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Spiegel
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12.7.2012: Sepp Blatter hat von geschmierten FIFA-Funktionären gewusst

aus: Spiegel online: Fifa-Boss Blatter
Ist der Ruf erst ruiniert; 12.7.2012;
http://www.spiegel.de/sport/fussball/fifa-blatter-wegen-isl-affaere-unter-druck-a-843959.html

<Jetzt ist es aktenkundig: Mächtige Fifa-Funktionäre wurden in der ISL-Affäre über Jahre geschmiert, die Spitze des Fußball-Weltverbands hat davon gewusst. Anderswo würde das für einen Rücktritt des Vorsitzenden reichen. Aber Joseph Blatter wird auch diesen Skandal überstehen.

Hamburg - Es wird wieder einmal peinlich für Joseph Blatter. Die Offenlegung der Akten zur Korruptionsaffäre um die Vermarktungsagentur ISL hat den Fifa-Boss in Erklärungsnot gebracht. Der 76-Jährige wird in dem Dokument zwar namentlich nicht erwähnt, dafür findet sich darin jedoch der Satz: "Es steht nicht in Frage, dass die Fifa Kenntnis von Schmiergeldzahlungen hatte." Die Fifa - das war bereits zum Zeitpunkt der ISL-Affäre in den Neunzigern Joseph Blatter, damals Generalsekretär und ab 1998 der Vorsitzende des Fußball-Weltverbandes.

Seine Mitwisserschaft um die millionenschweren Bestechungszahlungenan die früheren Fifa-Granden João Havelange und Ricardo Teixeira ist damit quasi aktenkundig. Neu sind die Vorwürfe allerdings nicht, sondern seit Jahren belegt durch die Recherchen von Journalisten wie dem Briten Andrew Jennings, dem Schweizer Jean-François Tanda oder SPIEGEL-ONLINE-Mitarbeiter Jens Weinreich. Der Vorsitzende des Fußball-Weltverbands steht nun ganz offiziell da als einer, der über die Schmiergelder an die beiden brasilianischen Sportfunktionäre Bescheid wusste, aber nichts unternahm. Anderswo wäre das ein Grund für den Vorsitzenden, zu gehen. Anderswo ist nicht die Fifa.

Havelange, Vorgänger Blatters im Amt und mittlerweile 96 Jahre alt, soll insgesamt 1,25 Millionen Euro von der ISL kassiert haben. Teixeira, Havelanges damaliger Schwiegersohn und langjähriger Boss des brasilianischen Fußballverbands, gar 10,6 Millionen Euro - im Gegenzug sollten sie sich dafür starkmachen, dass die ISL die Vermarktung der Fernsehrechte für Fußball-Weltmeisterschaften erhält. Und was sagt die Fifa dazu? Sie sei erfreut, dass die Akten nach dem Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts jetzt zur Veröffentlichung frei seien. Und: "In seinem Urteil bestätigte das Bundesgericht, dass der Fifa-Präsident nicht in den Fall verwickelt ist."

Aus juristischer Sicht ist die Angelegenheit beendet

Juristisch ist Blatter in Sachen ISL tatsächlich nicht zu belangen. Das Verfahren ist seit 2010 beerdigt. Die Fifa hat damals viel Geld bezahlt, um die Einstellung der Angelegenheit vor Gericht zu beschleunigen. Seitdem waren die Akten unter Verschluss. Blatter selbst hatte vor einem Jahr vollmundig verkündet, die Dokumente offenlegen zu wollen. Passiert war aber nichts. Der Schweizer hat lediglich elegant dafür gesorgt, dass beide Brasilianer von ihren einflussreichen Posten entfernt wurden.

In seinen nunmehr 14 Jahren an der Fifa-Spitze hat Blatter viele Skandale und Skandälchen überlebt, er wird auch diesen überstehen. Der Ruf, den die Fifa auch dank seiner Amtsführung in der Öffentlichkeit genießt, ist mittlerweile dermaßen ruiniert, dass niemand mehr überrascht reagiert, wenn Meldungen über Korruption im Weltverband auftauchen. Das ist wie mit Doping-Meldungen im Radsport. Es fällt schwer, sich noch darüber zu erregen. Dass Blatter beim EM-Finale in der Ukraine wie selbstverständlich neben dem umstrittenen Machthaber Wiktor Janukowitsch auf der Ehrentribüne Platz nahm - wen wundert es noch?

Blatter sitzt ein Jahr nach seiner dritten Wiederwahl fest im Sattel. Seine internen Widersacher wie den Katarer Mohammed Bin Hammam hat der Korruptionsskandal des Vorjahres hinweggefegt. Blatters möglicher Thronfolger, Uefa-Chef Michel Platini, ist durch den Disput um die Torlinientechnologie aktuell geschwächt. Um den deutschen Vertreter im Fifa-Exekutivkomitee, Ex-DFB-Chef Theo Zwanziger, ist es still geworden.

Die lautesten Kritiker Blatters saßen zuletzt im Vorstand des FC Bayern München. FCB-Präsident Uli Hoeneß und Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge sind immer für ein scharfes Wort gegen den Weltverband zu haben. Letztlich tun sie es allerdings nur, weil sie als Vertreter eines Großvereins die Fifa als Konkurrent bei Vermarktung und Kommerz ansehen. Eine echte Revolte gegen Blatter ist auch von dieser Seite nicht zu erwarten.

So wird es wohl auch diesmal so sein, wie es oft war: Es gibt ein paar Tage Aufregung, und dann regiert Blatter weiter wie bisher. Mal als Blockierer, mal als Aussitzer, neuerdings auch mal im Gewand des Reformers. Der Schweizer selbst hat sich nach der Offenlegung der ISL-Dokumente über seinen neuerdings bevorzugten Kommunikationskanal Twitter geäußert: "Das Urteil hat das bestätigt, was ich immer gesagt habe: Ich stand nicht auf der Liste." Damit hat sich die Sache für Blatter erledigt.>

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Welt
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12.7.2012: Sepp Blatter verniedlicht Schmiergeldzahlungen in Millionenhöhe an Fifa-Präsidenten Havelange

aus: Welt online: Bestechungsskandal: Fifa-Chef Sepp Blatter gehört vom Hof gejagt; 12.7.2012;
http://www.welt.de/sport/fussball/article108276645/Fifa-Chef-Sepp-Blatter-gehoert-vom-Hof-gejagt.html

<Von Schmiergeldzahlungen in Millionenhöhe an den ehemaligen Fifa-Präsidenten Havelange hatte der Fußball-Weltverband Kenntnis. Dessen Boss, Sepp Blatter, tut nun so, als sei das ein Kavaliersdelikt.

Von Lars Wallrodt

Die Fifa tut mal wieder einmal das, was sie am besten kann: Die Wahrheit verbiegen und verdrehen, bis sie in das krude Weltbild des Fußball-Weltverbandes passt. Auch in diesem Fall: Die Schweizer Staatsanwaltschaft hat veröffentlicht, dass der ehemalige Fifa-Präsident Joao Havelange und sein Ziehsohn Ricardo Teixeira vom mittlerweile insolventen Vermarkter ISL Millionensummen erhalten haben, um der Agentur unter anderem Fernsehrechte von Weltmeisterschaften zuzuschlagen. Das sei dem Weltverband auch bekannt gewesen, heißt es im staatsanwaltschaftlichen Schreiben: "Nicht infrage gestellt werden kann die Feststellung, dass die Fifa Kenntnis von Schmiergeldern an Personen ihrer Organe hat."

Und was macht die Fifa? Deutet diese Schmach zu einem Sieg um, als ob der Verband seit Jahren nichts anderes getan hätte als Aufklärung einzufordern. "Das Bundesgerichtsurteil liegt auf der Linie, die die Fifa und der Fifa-Präsident seit 2011 verfolgen, als der Weltfußball-Verband seinen Willen zur Veröffentlichung der ISL-Einstellungsverfügung bekannt gab", veröffentlichte der Weltverband. Dass er vorher vor Gericht gescheitert war, besagte Veröffentlichung zu verhindern, wird ebenso verschwiegen wie der schmutzige Deal, für 4,6 Millionen Euro die Anonymität der Sünder erkaufen zu wollen.

Blatter stellt sich dumm

Präsident Blatter trieb die Perfidität auf die Spitze, in dem er sagte, dass derlei Zahlungen früher legal und sogar von den Steuern abgesetzt werden konnten. Er könne also nicht von einem Delikt gewusst haben, da es ja gar keines war.

Ein Präsident, der Schmiergelder in Millionenhöhe bagatellisiert und als normales Geschäftsgebaren abtut, ist nicht weiter tragbar und gehört vom Hof gejagt. Doch wer soll das tun? Blatter ist umgeben von zahlreichen Steigbügelhaltern, die er sich gefügig gemacht hat. In diese Phalanx der Niedertracht muss der Deutsche Fußball-Bund (DFB), der seinen Sitz im Fifa-Exekutivkomitee mit dem ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger besetzt hat, einbrechen. Der größte Sportverband der Welt hat die Macht dazu, eine Allianz der Aufrechten zu schmieden. Tut er das nicht, macht er sich mitschuldig am Verrat des Fußballs.

Quelle: Reuters>

Kommentar: EIN STÜCK KALK

Blatter gehört nicht wegen Schmiergeldern vom Hof gejagt, denn das ist üblich in der Wirtschaft. Aber wegen der Verweigerung der Torkamera gehört Blatter schon lange zum Alten Eisen und gehört eigentlich ins Altersheim. Wie lange soll der Fussball denn noch falsche Tore geben oder Tore aberkennen? Dort ist DAS Problem im Fussball. Ab ins Altersheim und Fertig. Am besten eine weltweite Volksabstimmung machen und die Torkamera dazuwählen und Blatter wegwählen. Blatter ist nur noch ein Stück Kalk.

Michael Palomino, 12.7.2012

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n-tv online, Logo

17.7.2013: Herr Blatter macht einen "Richtungswechsel": WM in Katar im Winter - Fehler bei der Vergabe der WM will er nur teilweise eingestehen

aus: n-tv online: Hier spricht der Wendehals: Blatter will Fußball-WM im Winter; 17.7.2013;
http://www.n-tv.de/sport/fussball/Blatter-will-Fussball-WM-im-Winter-article11009961.html

<Eine Verlegung der WM 2022 in den Winter lehnte er bislang kategorisch ab, nun macht Fifa-Präsident Joseph Blatter die Kehrtwende. Weil ihm selbst auf einer Reise in den nahen Osten zu heiß wurde. Fehler bei der Vergabe gesteht er nur zögerlich ein.

Beim Schwitzen im Nahen Osten kam Wendehals Joseph Blatter die Erkenntnis. Und so fordert der Präsident des Fußball-Weltverbandes nach seinen Hitze-Erfahrungen in Palästina ebenso urplötzlich wie kategorisch eine Verlegung der höchst umstrittenen Weltmeisterschaft 2022. "Die WM in Katar kann nur im Winter stattfinden", sagte der 77 Jahre alte Schweizer.

Der Fifa-Präsident kündigte an, dass er das Thema im Exekutivkomitee im Oktober zur Sprache bringen werde, "und das Komitee wird mir sicher folgen". Beim Bezahlsener Sky räumte Blatter, der eine Verlegung bisher nie öffentlich erwogen hatte, Fehler bei der Vergabe ein. Ein wenig zumindest. "Es wurde nicht unterschätzt, aber man hat es vielleicht nicht richtig angeschaut. Schon damals hat unsere medizinische Abteilung festgestellt, dass man im Juni oder Juli dort nicht spielen kann. Jetzt sind wir drei Jahre später, jetzt wird es Zeit, darüber nachzudenken, was vielleicht nicht so gut gemacht wurde."

"Ich finde es absolut richtig"

Bei der WM-Vergabe im Dezember 2010 hatte Katar den Zuschlag für die WM-Endrunde allerdings für den Sommer 2022 erhalten. Eine Verlegung in den Winter könnte möglicherweise die gescheiterten Mitbewerber auf den Plan rufen. Zustimmung erhielt Blatter für seine inhaltlichen Ausführungen, schließlich fordern Spieler und Funktionäre aus aller Welt mit Uefa-Präsident Michel Platini an der Spitze schon seit langem die Winter-WM.

"In dieser Deutlichkeit habe ich das noch nicht von ihm gehört. Aber ich finde es absolut richtig", sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach. "Dieses Signal von Blatter war klar und deutlich." Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff ergänzte: "Es ist besser, im Winter zu spielen, das steht außer Frage. Ich war auch überrascht über die Klarheit dieser Aussage. Jetzt müssen wir sehen, wie die Entscheidung ausfällt."

Kurios allerdings, dass alle Argumente an Blatter bisher stets abprallten. Erst eine eigene Erfahrung soll ihn jetzt bekehrt haben. "Ich war gerade im Nahen Osten, in Jordanien, Palästina und Israel. Ich habe gesehen, welche Hitze in diesen Ländern herrscht, und dort ist es nicht so heiß wie in Katar." Nun ja: Reisen bildet.

Quelle: n-tv.de , sgi/sid>

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n-tv online, Logo

13.3.2014: Romario: Blatter macht penible Vorschriften - die WMs sind für arme Länder viel zu teuer - und nachher bleibt nichts ausser ein paar Stadien und höheren Preisen

aus: n-tv online: "Dieb, Korrupter, Hurensohn": Romário zieht über Blatter her; 13.3.2014;
http://www.n-tv.de/sport/fussball/Romario-zieht-ueber-Blatter-her-article12453941.html

<Brasiliens ehemaliger Fußball-Nationalspieler Romário ist nicht zu bremsen. Der jetzige Politiker macht mit drastischen Äußerungen seinem Ärger über Fifa-Chef Joseph Blatter Luft. Auch Blatters Generalsekretär Jérôme Valcke bekommt sein Fett weg.

Romário spricht von "absurden Ausgaben" und "Raub".(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Mit sprachlich schwerem Geschütz hat der frühere Weltfußballer Romário seine Angriffe auf den Weltverband Fifa und dessen Führungsriege intensiviert. Der Abgeordnete im Nationalparlament nannte Fifa-Präsident Joseph Blatter im Programm "Bate-Bola" des Pay-TV-Senders ESPN Brasil einen "Dieb, Korrupten und Hurensohn". Generalsekretär Jérôme Valcke sei "einer der größten Erpresser des Weltsports".

Der Brasilianer reagierte mit seiner erneuten Verbalattacke auf eine in seinem Heimatland in Umlauf gebrachte Meldung, wonach Valcke seine Bedenken geäußert habe, die WM in diesem Jahr könne die schlechteste der Geschichte werden. "Ich möchte wissen, was die Fifa außer einzufordern macht, um Brasilien bei der Organisation zu helfen", so der 48-jährige Weltmeister von 1994, der für die Partido Socialista Brasileiro (PSB) im Parlament sitzt.

Weiter heißt es im Text, die Fifa verkaufe eine Illusion, dass die Gastgeberrolle bei einer WM ein großes Geschäft sei. Länder legten Millionen aus, um das Turnier nach Fifa-Standards zu realisieren, der Weltverband aber stecke sich das Geld in die Tasche und lasse ein in Schulden versunkenes Land zurück.

"Brasilien hat einen Haufen von Dieben"

"Ich hoffe, dass andere Länder nicht die Auflagen und Unnachgiebigkeiten der Fifa akzeptieren, die Bundesgesetze und sogar die Kultur unseres Volkes überfahren will", sagte Romário, dessen Unmut sich vor allem gegen überteuerte Stadien und Korruption richtet.

In der TV-Debatte, der er per Telefon zugeschaltet war, ging der Rundumschlag sogar weiter. "Wir haben schon riesige Summen für die WM ausgelegt, und es wird von jetzt an noch viel schlimmer. Brasilien hat einen Haufen von Dieben, das ist die Wahrheit", schimpfte Romário, der "absurde Ausgaben und Raub" angeblich mit Zahlen belegen kann. "Man muss mich nur aufsuchen, und ich zeige sie", versprach er.

Quelle: n-tv.de , wne/sid>

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20 minuten online, Logo

2.7.2017: Sepp Blatter meint etwas mit Reue im Sonntagsblick
«Hätte früher aufhören sollen»: Blatter zeigt Reue
http://www.20min.ch/sport/fussball/story/14179959

<Nach 17 Jahren an der Spitze der Fifa trat Sepp Blatter im Juni 2015 zurück. «Ich hätte früher aufhören sollen», meint der 81-Jährige jetzt.

Fast zwei Jahre nach seinem tiefen Fall zeigt der ehemalige Fifa-Präsident Sepp Blatter Reue. «Ich hätte früher aufhören sollen», sagt Blatter in einem Interview mit dem «SonntagsBlick». Sein Abgang sei schlussendlich «eine Erlösung» gewesen.

Der ehemalige Fifa-Präsident kündigte kurz nach seiner Wiederwahl anfangs Juni 2015 überraschend seinen Rücktritt an. Der heute 81-Jährige stand knapp 17 Jahre an der Spitze der Fifa.

Im Interview erinnert sich Blatter, dass ihm Nationalrat und «Weltwoche»-Verleger Roger Köppel nach seinem Abgang gesagt habe: «Das Amt als Fifa-Präsident ist ein Produkt mit Verfallsdatum. Bei dir (Sepp Blatter) stand: Haltbar bis 2014. Damals hättest Du gehen sollen.» Blatter habe erwidert, dass ein kühl gelagertes Produkt länger halte.

«Ich habe den Garcia-Bericht nicht gelesen»

Blatter verteidigt im Interview zugleich seinen Entscheid, den Garcia-Bericht nicht veröffentlicht zu haben. Der Untersuchungsbericht der Fifa-Ermittler Michael Garcia und Cornel Borbély befasst sich mit der umstrittenen WM-Vergaben an Russland (2018) und Katar (2022).

Er habe den Bericht selbst gar nicht gelesen, so Blatter. Ethik-Kommissionschef Hans-Joachim Eckert habe eine Zusammenfassung geschrieben und Blatter geraten, nur diese zu veröffentlichen. Sonst hätten erst die Rechte aller im Bericht erwähnten Person abgeklärt werden müssen.

«Eine ganze Kaktus-Plantage würde ich ihm geben»

Die Fifa stellte den 430 Seiten umfassenden Bericht am Dienstag online. «Im Sinne der Transparenz begrüsst die Fifa die Neuigkeit, dass dieser Bericht nun endlich veröffentlicht wurde», teilte der Verband heute mit.

Allerdings hatte die Zeitung «Bild» tags zuvor berichtet, dass ihr der bis dahin geheime Bericht vorliege – und einen Teil veröffentlicht. Das freut Sepp Blatter gar nicht. Auf die Frage, ob er der Person, die den Bericht der Zeitung zuspielte, eine Rose oder einen Kaktus geben würde, meint Blatter: «Eine ganze Kaktus-Plantage würde ich ihm geben.»

Machtlose Ermittler

Bereits bei der «Bild»-Veröffentlichung kam Brisantes zutage: Zwei Millionen Dollar sollen auf dem Sparbuch der zehnjährigen Tochter eines Fifa-Funktionärs gelandet sein. Zudem habe sich ein Mitglied des Exekutivkomitees bei Katar-Funktionären für die Überweisung von mehreren 100'000 Euro bedankt. Der Zweck des Geldes ist laut der Zeitung unklar.

Im gesamten Bericht fehlt ein direkter Beweis dafür, dass die Weltmeisterschaften von 2018 oder 2022 gekauft waren, wie eine Zusammenfassung des «Tages-Anzeigers» festhält. Garcia und Borbély stellen aber auch fest, dass sie nicht alle Beweise zusammentragen konnten – sie waren keine Staatsanwälte. Sie hatten nicht die Macht, Dokumente zu beschlagnahmen oder Razzien durchzuführen. Neu ist aber der Detailgrad und die Dichte der Korruptionsvorwürfe: Der Bericht ist die bisher ausführlichste Zusammenstellung der korruptionsverseuchten Amigo-Kultur im Weltfussball.

(mch/sda)>

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Deutschlandfunkt online, Logo

Brooklyn (New York) 27.10.2017: Gerichtsurteil gegen FIFA-Korrupte
FIFA-Skandal: US-Gericht verkündet erstes Korruptions-Urteil
http://www.deutschlandfunk.de/fifa-skandal-us-gericht-verkuendet-erstes-korruptions-urteil.890.de.html?dram:article_id=399228

"Im Prozess um den so genannten FIFA-Skandal ist ein erstes Urteil gefallen. Hector Trujillo aus dem zentralamerikanischen Guatemala wurde von einem US-Gericht zu acht Monaten Haft verurteilt. Trujillo ist jedoch nur ein kleiner Fisch – es warten noch einige der einst wichtigsten Figuren des Weltfußballs.

Von Carsten Upadek

Zweieinhalb Jahre nach der spektakulären Verhaftung von sieben hochrangigen FIFA-Mitgliedern im Mai 2015 in einem Luxushotel in Zürich hat das US-Bundesgericht in Brooklyn gegen den ersten Funktionär ein Urteil gesprochen. Der geständige Ex-Generalsekretär des Fußballverbandes von Guatemala, Hector Trujillo, wurde zu acht Monaten Haft und umgerechnet 350.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Als kleiner Teil des Mammut-Prozesses hatte der 64-Jährige zugegeben, 200.000 US-Dollar Schmiergeld für Werbeverträge seiner Nationalmannschaft bekommen zu haben.

Insgesamt hat die US-Justiz gegen 38 Personen Anklage erhoben, darunter die ehemaligen FIFA-Vize-Präsidenten Jack Warner, Jeffrey Webb und Juan Angel Napout. Es geht um Bestechung, Geldwäsche und die Bildung einer kriminellen Vereinigung. Bei den Beschuldigten handelt es sich vor allem um Spitzenfunktionäre der nord- und der südamerikanischen Fußballkonföderationen "CONCACAF" bzw. "CONMEBOL" sowie Manager von Sport-Vermarktungsfirmen.

Schmiergeld für dem Verkauf von TV-Rechten

Das Geld soll für Übertragungs- und Werberechte von großen Wettbewerben, wie WM-Qualifikationsturnieren, geflossen sein. Laut Anklageschrift waren das allein für die Copa America 2016 - vergleichbar mit der Europameisterschaft – 110 Millionen US-Dollar Schmiergeld an die FIFA-Funktionäre.

Die Mehrheit der Angeklagten hat sich schuldig bekannt. Ihre Urteile sollen in den nächsten Monaten fallen. Drei ranghohe Funktionäre plädieren weiterhin auf unschuldig. Das sind der Paraguayer Juan Ángel Napout, der Brasilianer José Maria Marin und der Peruaner Manuel Burga. Ihr Prozess beginnt am 6. November und dürfte etwa sechs Wochen dauern.

Härtere Strafen drohen

Als Fingerzeig an sie gilt jetzt das Urteil gegen den geständigen Trujillo. Napout, Marin und Burga hatten im Fußball-Weltverband viel prominentere Rollen, kassierten mutmaßlich Millionen an Schmiergeldern und dürften bei Schuldsprüchen weit härtere Strafen erwarten.

Die US-Ermittlungen lösten den Absturz des früheren FIFA-Präsidenten Sepp Blatter und von dessen Thronfolger Michel Platini aus. Blatter war wenige Tage nach den ersten Festnahmen 2015 zurückgetreten. Die FIFA-Ethikkommission sperrte ihn später unter anderem wegen der Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken an den damaligen UEFA-Boss Michel Platini."

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Süddeutsche Zeitung online, Logo

15.11.2017: Systematische Bestechung bei der FIFA: Katar zahlte 1 Million pro Stimme
Zeuge: Katar zahlte eine Million Dollar für eine WM-Stimme
http://www.sueddeutsche.de/sport/sportpolitik-zeuge-katar-zahlte-eine-million-dollar-fuer-eine-wm-stimme-1.3751562

  • "Im Fifa-Prozess wirft ein Zeuge Funktionären des südamerikanischen Kontinentalverbandes Bestechlichkeit vor.
  • Ein Funktionär soll laut diesem Zeugen eine Million Dollar erhalten haben, damit er für Katar als Austragungsort der Fußball-WM 2022 stimmte.
  • Er formuliert weitere Korruptionsvorwürfe.

Alejandro Burzaco ist ein recht unscheinbarer Mann. Mittelgroß, dunkles Haar - im Skandal beim Fußball-Weltverband Fifa bislang ein eher kleines, unbekannteres Licht. Doch das, was der Argentinier zu wissen glaubt und im Zeugenstand des New Yorker Gerichts auspackte, könnte nicht nur für die Angeklagten weitreichende Folgen haben. Burzaco zog mächtige Medienunternehmen in den Korruptionssumpf und berichtete von gekauften Stimmen für die WM 2022 in Katar.

Die früher enorm einflussreichen Südamerika-Funktionäre Nicolas Leoz (Paraguay), Ricardo Teixeira (Brasilien) und der 2014 verstorbene Julio Grondona (Argentinien) sollen bei der WM-Vergabe im Dezember 2010 betrogen haben. Grondona, über Jahre die "graue Eminenz" im Kontinentalverband CONMEBOL, habe für seine Katar-Stimme eine Million Dollar bekommen, sagte Burzaco unter Eid aus. Woher (oder von wem), wurde nicht bekannt.

Als Leoz während der entscheidenden Sitzung des Fifa-Exekutivkomitees zunächst nicht für das Emirat gestimmt hatte, soll er von Teixeira und Grondona zusammengestaucht worden sein. "Sie schüttelten ihn, sie fragten: Was machst du? Stimmst du nicht für Katar?", berichtete Burzaco. Gerüchte über Schmiergeldzahlungen aus Katar halten sich seit Jahren. Die WM-Ausrichter bestreiten die Vorwürfe aber vehement, hinreichende Beweise gibt es bislang nicht.

Doch der Prozess in New York könnte weitere Details liefern. Angeklagt sind die früheren Funktionäre Jose Maria Marin, Juan Angel Napout und Manuel Burga unter anderem wegen Betrugs, Verschwörung und Geldwäsche. Burzaco, in der Gesamtermittlung der US-Justiz ebenfalls Beschuldigter, ist der frühere Chef einer argentinischen Sportmarketingfirma (Torneos y Competencias), die in dem Korruptionsnetzwerk eine entscheidende Rolle spielte. In den Zeugenstand setzte sich der Argentinier, der sich 2015 schuldig bekannt hatte, ganz offensichtlich im Zuge eines Deals mit der Staatsanwaltschaft. Seine Firma habe mehr als ein Jahrzehnt lang Bestechungsgelder für TV-Rechte an CONMEBOL-Führungskräfte gezahlt, sagte Burzaco aus. Marin (85) war bis 2015 Präsident des brasilianischen Verbandes, Napout (59/Paraguay) zwischenzeitlich Fifa-Vize und Burga (60) bis 2014 Fußballchef in Peru.

Von Burzaco belastet wurden auch die Argentinier Jorge Delhon und Pablo Paladino, die als Angestellte eines Regierungsprogramms ("Fußball für alle") ebenfalls Schmiergeld im Tausch gegen TV-Rechte genommen haben sollen. Delhon beging laut lokaler Medien im Anschluss an die Verhandlung Suizid, er soll sich vor einen Zug im Großraum Buenos Aires geworfen haben. Von der Polizei bestätigt ist der Vorgang nicht, die Zeitung Ole beruft sich auf den Lokführer. Weitere Hintergründe - und damit Zusammenhänge zu den Aussagen in New York - wurden zunächst nicht bekannt. Burzaco berichtete detailliert von den Zahlungen an die CONMEBOL-Bosse: Die Gelder seien entweder per Banküberweisung auf ein Schweizer Konto gezahlt oder in Form von Bargeld "in Säcken und Umschlägen" übergeben worden. Von der Staatsanwaltschaft vorgelegte Dokumente legen die Existenz einer für das Geld genutzten Firma auf den Turks- und Caicosinseln nahe. Marin habe bis 450 000 Dollar pro Jahr erhalten.

Belastet wurden in Burzacos Ausführungen unter anderem auch der US-Medienriese Fox Sports, TV Globo (Brasilien), die argentinische Mediengruppe Full Play und MediaPro (Spanien). Alle sollen in die millionenschweren Schmiergeldzahlungen auf unterschiedliche Weise involviert gewesen sein. Der Fox-Mutterkonzern 21st Century Fox wies die Anschuldigungen umgehend zurück. Insgesamt richtet sich die US-Anklageschrift gegen 42 frühere Offizielle und Manager. Es geht um knapp 100 Verbrechen und ein Gesamtvolumen von 200 Millionen Dollar. Der Prozess gegen Marin, Napout und Burga wird wohl mindestens fünf bis sechs Wochen dauern, weitere sollen folgen. Leoz wehrt sich derzeit in seinem Heimatland vehement gegen die Auslieferung in die Staaten, Teixeira vermeidet wegen eines internationalen Haftbefehls Reisen ins Ausland."

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Schweinzer Fernsehen online, Logo

22.12.2017: Korrupte, verurteilte FIFA-Funktionäre 6,5 Millionen Dollar und 10,5 Millionen Dollar Schmiergeldern
Prozess in New York: Fifa-Funktionäre schuldig gesprochen
https://www.srf.ch/news/international/prozess-in-new-york-fifa-funktionaere-schuldig-gesprochen

  • <Ein Bundesgericht in New York hat die früheren Funktionäre José Maria Marin und Juan Angel Napout im ersten Prozess im Zug des FIFA-Korruptionsskandals für schuldig befunden.
  • Die Strafmasse sind noch nicht bekannt.
  • Beide müssen ins Gefängnis, denn das Gericht lehnte es wegen Fluchtgefahr ab, beide gegen Kaution bis zur Verkündung des Strafmasses auf freien Fuss zu setzen.
  • Noch auf kein Urteil einigen konnten sich die Geschworenen im Fall des dritten angeklagten Ex-Funktionärs Manuel Burga. Da folgen nächste Woche weitere Beratungen.

Alle drei Angeklagten waren 2015 im Zuge des Skandals um den Fussball-Weltverband festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, über zwei Jahrzehnte bei der Vergabe von Fernsehrechten Millionen an Schmiergeldern erhalten zu haben.

Der 85-jährige Marin war Präsident des brasilianischen Fussball-Verbandes und soll 6,5 Millionen Dollar angenommen haben. Der Paraguayer Napout leitete die südamerikanische Konföderation CONMEBOL und soll seit 2010 10,5 Millionen Dollar akzeptiert haben. Burga stand Perus Verband vor.

Alejandro Burzaco, ein früherer Chef einer argentinischen Sportmarketingfirma, hatte als Kronzeuge ausgesagt. Er hofft durch seine Aussage auf eine mildere Strafe.>

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Watson online, Logo

1.2.2020: Blatter bei der Einvernahme zur WM2006 in Deutschland: "Vorgänge, von denen weiss ich nichts. [...] Wenn ich ncihts weiss, kann ich mich auch nicht erinnern"
Sepp Blatter, Franz Beckenbauer und das Zehn-Millionen-Darlehen für das «Sommermärchen»

https://www.watson.ch/sport/schweiz/474118699-fifa-prozess-in-bellinzona-die-erinnerungsluecken-von-sepp-blatter

<Ein Einvernahmeprotokoll zeigt, wie sich der Ex-Fifa-Präsident aus der Affäre des «Sommermärchens» gestohlen hat.

Zwei Stunden lang wird Sepp Blatter, der ehemalige Präsident des Weltfussballverbands Fifa, von der Bundesanwaltschaft in Bern befragt. Es geht um seine Rolle im Vorfeld der Fussballweltmeisterschaft von 2006 in Deutschland. Die Protokollführerin hält auf 57 Seiten fest, wie der 83-Jährige stammelt.

Ein typischer Satz, den sie von ihm zitiert, geht so: «Die anderen Vorgänge, von denen weiss ich nichts. Und kann...kann...wenn ich nichts weiss, kann ich mich auch nicht erinnern.» Als Blatter am Schluss gefragt wird, ob die Gespräche damals in irgendeiner Aktennotiz aufgezeichnet worden seien, macht er einen Witz. Er sagt: «Wie bei der Bundesanwaltschaft?»

Dazu muss man wissen: Bundesanwalt Michael Lauber hat beinahe seinen Job verloren, weil er sich im Geheimen mit Blatters Nachfolger Gianni Infantino getroffen hat und nicht einmal in seinem Gedächtnis ein Protokoll abgelegt hat. Blatter macht nun ebenfalls Erinnerungslücken geltend. So gelingt es ihm, sich aus dem Spiel herauszuhalten. Er gehört nicht zu den Angeklagten, sondern gilt juristisch nur als Auskunftsperson. Eine Auskunftsperson allerdings, die kaum Auskunft gibt.

Der Gerichtstermin, an den fast niemand mehr glaubte

Seit dieser Woche steht fest, wann das Nachspiel der Fussball-WM von 2006 stattfindet: Es beginnt am 9. März und dauert bis im April. Auf 16 Tage hat das Bundesstrafgericht in Bellinzona den Prozess um das «Sommermärchen» angesetzt, kurz vor der Verjährung.

Jene, die den Deal eingefädelt haben, kommen unbehelligt davon.

Die Fussball-WM von 2006 ging wegen ihrer märchenhaften Stimmung in die Sportgeschichte ein. Deutschland präsentierte sich der Welt als fröhliche Nation, die sich ohne Nationalismus selbst feierte.

[Beckenbauer 2002: 10 Millionen Franken Schmiergeld an Katar-Funktionär Mohamed bin Hammam - das Geld kam vom Adidas-Chef Dreyfus]

Die Aufarbeitung findet so spät statt, weil die Geschichte hinter dem Märchen erst neun Jahre nach dem Abpfiff der Fussball-WM im «Spiegel» publik wurde: Franz Beckenbauer, ehemaliger Fussballstar und Präsident des deutschen Organisationskomitees, hatte 2002 zehn Millionen Franken auf ein Konto von Mohamed bin Hammam überwiesen, einem korrupten Fifa- Funktionär aus Katar.

DFB wolle erst nichts damit zu tun haben

Beckenbauer behauptet, er habe die zehn Millionen als Provision bezahlen müssen, damit die Fifa die WM in Deutschland mit 250 Millionen mitfinanziert. Blatter habe ihm nämlich 2001 in einem Gespräch unter vier Augen mitgeteilt, dass Beckenbauer den Fifa-Scheich in Katar überzeugen müsse, damit der Geldfluss in Gang komme.

Beckenbauer trieb die zehn Millionen selber auf, da der deutsche Fussballbund anfangs nichts mit dieser Überweisung zu tun haben wollte. Fündig wurde er beim inzwischen verstorbenen Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus, der an der Zürcher Goldküste wohnte und ihm ein persönliches Darlehen gewährte.

Als dieser 2003 sein Geld zurückwollte, hatte Beckenbauer ein Problem. Er setzte seine OK-Kollegen unter Druck und drohte ihnen mit seinem Rücktritt, wenn der deutsche Fussballbund die Schuld nicht begleiche. Dann wäre es nie zu einem «Sommermärchen» gekommen.

[27.4.2020: DFB bezahlt an Dreyfus die 10 Millionen]

Normalerweise geht es bei einem Betrugsvorwurf darum, herauszufinden, wer der Betrüger ist. In diesem Fall ist aber nicht einmal klar, wer der Betrogene ist.

Schliesslich zeigte die Einschüchterung Wirkung: Am 27. April 2005 floss das Geld in einer getarnten Transaktion vom deutschen Fussballbund über ein Fifa-Konto zu Louis-Dreyfus. Das Datum ist heute von grosser Bedeutung: 15 Jahre später, am 27. April 2020, verjährt die mutmassliche Straftat.

Hintermänner bleiben unbehelligt

Vor Gericht müssen sich die Männer verantworten, welche die Rückzahlung ausgeführt haben. Angeklagt sind die Altfunktionäre Theo Zwanziger, Horst Schmidt, Wolfgang Niersbach und Urs Linsi.

Jene, die den Deal eingefädelt haben, kommen hingegen unbehelligt davon: Beckenbauer, Blatter und Bin Hammam. Es wird auch nicht um die grosse Frage gehen: Wofür zahlte Beckenbauer das Geld wirklich? Es wird lediglich um das Täuschungsmanöver danach gehen. Haben sich die Funktionäre strafbar gemacht, indem sie das Geld auf verdeckten Wegen zurückzahlten?

Normalerweise geht es bei einem Betrugsvorwurf darum, herauszufinden, wer der Betrüger ist. In diesem Fall ist aber nicht einmal klar, wer der Betrogene ist. Gemäss der Bundesanwaltschaft ist es der deutsche Fussballbund, der in seinem Vermögen geschädigt sein soll.

Hauruckaktion der Bundesanwaltschaft

Dieser sieht bei sich jedoch keinen Schaden, sondern einzig ein Kommunikationsproblem. Das hält die Führung des deutschen Fussballbundes in einem Schreiben fest, das zu den Verfahrensakten gehört.

Das Bundesstrafgericht hat den Parteien vor einer Woche mitgeteilt, dass es eher von einer ungetreuen Geschäftsbesorgung als von einem Betrug ausgehe. Die Bundesanwaltschaft musste in einer Hauruckaktion die Anklageschrift ergänzen. Diese Woche reichte sie die neue Version ein, die zusätzliche Beschreibungen der Aufgabenteilung enthält.

«Ist doch nicht dein Ernst»

Welche Rolle hatte die Fifa? Blatter in der Einvernahme: «Die Fifa hat in dieser Angelegenheit nur Bank gespielt.» War er persönlich in die Rückzahlung dieses Darlehens involviert? «Involviert sicher nicht.» War es nach der Kompetenzordnung der Fifa überhaupt möglich, dass diese Zahlung ohne ihn abgewickelt worden ist? «Das war Management by Confidence. Vertrauen.»

[Die FIFA wollte Deutschland keinen Zuschuss für die WM2006 geben]

Und worum ging es im berühmten Gespräch unter vier Augen mit Beckenbauer? Blatter gemäss Protokoll: «Äähm. Weil ich gesagt habe in diesem Gespräch, äähm also für Deutschland gibt’s keinen Zuschuss, weil Deutschland ist so reich und die sollen, die sollen das selber machen. Dann sagte Franz: ‹Ist doch nicht dein Ernst.›» Dann hätten sie sich geeinigt. Die Erinnerung daran sei aber wirklich vage.>

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https://de.rt.com/europa/114923-fifa-sperrt-ex-prasidenten-blatter/

<Die Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes hat den Ex-FIFA-Boss Sepp Blatter für weitere sechs Jahre und acht Monate für nationale und internationale Fußball-Tätigkeiten gesperrt. Zudem muss er eine Million Schweizer Franken zahlen. Der 85-Jährige reagierte empört.

Wie die FIFA erklärte, handelt es sich um verschiedene Verstöße wie etwa Interessenkonflikte oder das Anbieten oder die Annahme von Geschenken oder sonstigen Vorteilen. Dieselben Strafen erhielt auch der ehemalige FIFA-Generalsekretär Jerôme Valcke. 

Da die früheren FIFA-Bosse aktuell noch eine Strafe verbüßen, treten die Sanktionen erst nach deren Ablauf in Kraft. Im Fall Blatter erfolgt dies am 8. Oktober 2021, bei Valcke läuft die erste Sperre erst am 8. Oktober 2025 ab.

Wie Blatter über seinen Schweizer Sprecher ausrichten ließ, bedeuteten diese Sanktionen für ihn einen "schmerzhaften und nicht nachvollziehbaren Nackenschlag". Blatter sei während eines Aufenthalts in einer Reha-Klinik von dem Entscheid überrascht worden. "Die Ethikkommission in ihrer jetzigen Form hat mit einer unabhängigen Instanz nichts mehr zu tun, sie ist viel mehr der verlängerte Arm des FIFA-Präsidenten und nicht viel mehr als eine Scheinjustiz", sagte Blatter nach Angaben seines Sprechers.

Der 85-Jährige war bis Herbst 2015 FIFA-Präsident, bevor er zusammen mit dem damaligen UEFA-Präsidenten Michel Platini von der Ethikkommission des Verbandes suspendiert und später zunächst für acht Jahre gesperrt wurde. Die Sanktion wurde dann auf sechs Jahre reduziert. Im Kern ging es um eine Zahlung von zwei Millionen Franken von der FIFA an Platini aus dem Jahr 2011.

Valcke war im Jahr 2015 wegen Verstößen gegen den FIFA-Ethikcode in mehreren Punkten zunächst für zwölf Jahre gesperrt worden, ehe das Strafmaß um zwei Jahre reduziert wurde. Ihm wurde damals zur Last gelegt, dass er unter anderem am Weiterverkauf von WM-Tickets beteiligt gewesen sei und bei der FIFA-Untersuchung nicht kooperiert habe. Außerdem wird ihm Amtsmissbrauch vorgeworfen.>




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