http://www.spiegel.de/sport/fussball/fifa-blatter-wegen-isl-affaere-unter-druck-a-843959.html
Havelange, Vorgänger Blatters im Amt und mittlerweile
96 Jahre alt, soll insgesamt 1,25 Millionen Euro von
der ISL kassiert haben. Teixeira, Havelanges
damaliger Schwiegersohn und langjähriger Boss des
brasilianischen Fußballverbands, gar 10,6 Millionen Euro
- im Gegenzug sollten sie sich dafür starkmachen, dass
die ISL die Vermarktung der Fernsehrechte für
Fußball-Weltmeisterschaften erhält. Und was sagt die
Fifa dazu? Sie sei erfreut, dass die Akten nach dem
Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts jetzt zur
Veröffentlichung frei seien. Und: "In seinem Urteil
bestätigte das Bundesgericht, dass der Fifa-Präsident
nicht in den Fall verwickelt ist."
Aus juristischer Sicht ist die Angelegenheit
beendet
Juristisch ist Blatter in Sachen ISL tatsächlich nicht
zu belangen. Das Verfahren ist seit 2010 beerdigt. Die
Fifa hat damals viel Geld bezahlt, um die Einstellung
der Angelegenheit vor Gericht zu beschleunigen. Seitdem
waren die Akten unter Verschluss. Blatter selbst hatte
vor einem Jahr vollmundig verkündet, die Dokumente
offenlegen zu wollen. Passiert war aber nichts. Der
Schweizer hat lediglich elegant dafür gesorgt, dass
beide Brasilianer von ihren einflussreichen Posten entfernt
wurden.
In seinen nunmehr 14 Jahren an der Fifa-Spitze hat
Blatter viele Skandale und Skandälchen überlebt, er wird
auch diesen überstehen. Der Ruf, den die Fifa auch dank
seiner Amtsführung in der Öffentlichkeit genießt, ist
mittlerweile dermaßen ruiniert, dass niemand mehr
überrascht reagiert, wenn Meldungen über Korruption im
Weltverband auftauchen. Das ist wie mit Doping-Meldungen
im Radsport. Es fällt schwer, sich noch darüber zu
erregen. Dass Blatter beim EM-Finale in der Ukraine wie
selbstverständlich neben dem umstrittenen Machthaber
Wiktor Janukowitsch auf der Ehrentribüne Platz nahm -
wen wundert es noch?
Blatter sitzt ein Jahr nach seiner dritten Wiederwahl
fest im Sattel. Seine internen Widersacher wie den
Katarer Mohammed Bin Hammam hat der Korruptionsskandal des Vorjahres
hinweggefegt. Blatters möglicher Thronfolger, Uefa-Chef
Michel Platini, ist durch den Disput um die
Torlinientechnologie aktuell geschwächt. Um den
deutschen Vertreter im Fifa-Exekutivkomitee, Ex-DFB-Chef
Theo Zwanziger, ist es still geworden.
Die lautesten Kritiker Blatters saßen zuletzt im
Vorstand des FC Bayern München. FCB-Präsident Uli Hoeneß
und Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge sind
immer für ein scharfes Wort gegen den Weltverband zu
haben. Letztlich tun sie es allerdings nur, weil sie als
Vertreter eines Großvereins die Fifa als Konkurrent bei
Vermarktung und Kommerz ansehen. Eine echte Revolte
gegen Blatter ist auch von dieser Seite nicht zu
erwarten.
So wird es wohl auch diesmal so sein, wie es oft war:
Es gibt ein paar Tage Aufregung, und dann regiert
Blatter weiter wie bisher. Mal als Blockierer, mal als
Aussitzer, neuerdings auch mal im Gewand des
Reformers. Der Schweizer selbst hat sich nach der
Offenlegung der ISL-Dokumente über seinen neuerdings
bevorzugten Kommunikationskanal Twitter geäußert: "Das
Urteil hat das bestätigt, was ich immer gesagt habe: Ich
stand nicht auf der Liste." Damit hat sich die Sache für
Blatter erledigt.>
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12.7.2012: Sepp Blatter verniedlicht
Schmiergeldzahlungen in Millionenhöhe an
Fifa-Präsidenten Havelange
aus: Welt online: Bestechungsskandal: Fifa-Chef Sepp
Blatter gehört vom Hof gejagt; 12.7.2012;
http://www.welt.de/sport/fussball/article108276645/Fifa-Chef-Sepp-Blatter-gehoert-vom-Hof-gejagt.html
<Von
Schmiergeldzahlungen in Millionenhöhe an den
ehemaligen Fifa-Präsidenten Havelange hatte der
Fußball-Weltverband Kenntnis. Dessen Boss, Sepp
Blatter, tut nun so, als sei das ein Kavaliersdelikt.
Von Lars Wallrodt
Die Fifa tut
mal wieder einmal das, was sie am besten kann: Die
Wahrheit verbiegen und verdrehen, bis sie in das krude
Weltbild des Fußball-Weltverbandes passt. Auch in diesem
Fall: Die Schweizer Staatsanwaltschaft hat
veröffentlicht, dass der ehemalige Fifa-Präsident Joao
Havelange und sein Ziehsohn Ricardo Teixeira vom
mittlerweile insolventen Vermarkter ISL Millionensummen
erhalten haben, um der Agentur unter anderem
Fernsehrechte von Weltmeisterschaften zuzuschlagen. Das
sei dem Weltverband auch bekannt gewesen, heißt es im
staatsanwaltschaftlichen Schreiben: "Nicht infrage
gestellt werden kann die Feststellung, dass die Fifa
Kenntnis von Schmiergeldern an Personen ihrer Organe
hat."
Und was macht
die Fifa? Deutet diese Schmach zu einem Sieg um, als ob
der Verband seit Jahren nichts anderes getan hätte als
Aufklärung einzufordern. "Das Bundesgerichtsurteil liegt
auf der Linie, die die Fifa und der Fifa-Präsident seit
2011 verfolgen, als der Weltfußball-Verband seinen
Willen zur Veröffentlichung der
ISL-Einstellungsverfügung bekannt gab", veröffentlichte
der Weltverband. Dass er vorher vor Gericht gescheitert
war, besagte Veröffentlichung zu verhindern, wird ebenso
verschwiegen wie der schmutzige Deal, für 4,6 Millionen
Euro die Anonymität der Sünder erkaufen zu wollen.
Blatter stellt sich dumm
Präsident
Blatter trieb die Perfidität auf die Spitze, in dem er
sagte, dass derlei Zahlungen früher legal und sogar von
den Steuern abgesetzt werden konnten. Er könne also
nicht von einem Delikt gewusst haben, da es ja gar
keines war.
Ein Präsident, der Schmiergelder in
Millionenhöhe bagatellisiert und als normales
Geschäftsgebaren abtut, ist nicht weiter tragbar und
gehört vom Hof gejagt. Doch wer soll das tun? Blatter
ist umgeben von zahlreichen Steigbügelhaltern, die er
sich gefügig gemacht hat. In diese Phalanx der
Niedertracht muss der Deutsche Fußball-Bund (DFB), der
seinen Sitz im Fifa-Exekutivkomitee mit dem ehemaligen
DFB-Präsidenten Theo Zwanziger besetzt hat, einbrechen.
Der größte Sportverband der Welt hat die Macht dazu,
eine Allianz der Aufrechten zu schmieden. Tut er das
nicht, macht er sich mitschuldig am Verrat des Fußballs.
Quelle: Reuters>
Kommentar: EIN STÜCK
KALK
Blatter gehört nicht wegen Schmiergeldern vom Hof
gejagt, denn das ist üblich in der Wirtschaft. Aber
wegen der Verweigerung der Torkamera gehört Blatter
schon lange zum Alten Eisen und gehört eigentlich ins
Altersheim. Wie lange soll der Fussball denn noch
falsche Tore geben oder Tore aberkennen? Dort ist DAS
Problem im Fussball. Ab ins Altersheim und Fertig. Am
besten eine weltweite Volksabstimmung machen und die
Torkamera dazuwählen und Blatter wegwählen. Blatter ist
nur noch ein Stück Kalk.
Michael Palomino, 12.7.2012
========

17.7.2013: Herr Blatter macht einen
"Richtungswechsel": WM in Katar im Winter - Fehler
bei der Vergabe der WM will er nur teilweise
eingestehen
aus: n-tv online: Hier spricht der
Wendehals: Blatter will
Fußball-WM im Winter; 17.7.2013;
http://www.n-tv.de/sport/fussball/Blatter-will-Fussball-WM-im-Winter-article11009961.html
<Eine Verlegung der WM 2022 in den Winter
lehnte er bislang kategorisch ab, nun macht
Fifa-Präsident Joseph Blatter die Kehrtwende. Weil ihm
selbst auf einer Reise in den nahen Osten zu heiß
wurde. Fehler bei der Vergabe gesteht er nur zögerlich
ein.
Beim Schwitzen im Nahen Osten kam Wendehals Joseph
Blatter die Erkenntnis. Und so fordert der Präsident des
Fußball-Weltverbandes nach seinen Hitze-Erfahrungen in
Palästina ebenso urplötzlich wie kategorisch eine
Verlegung der höchst umstrittenen Weltmeisterschaft
2022. "Die WM in Katar kann nur im Winter stattfinden",
sagte der 77 Jahre alte Schweizer.
Der Fifa-Präsident kündigte an, dass er das Thema im
Exekutivkomitee im Oktober zur Sprache bringen werde,
"und das Komitee wird mir sicher folgen". Beim
Bezahlsener Sky räumte Blatter, der eine Verlegung
bisher nie öffentlich erwogen hatte, Fehler bei der
Vergabe ein. Ein wenig zumindest. "Es wurde nicht
unterschätzt, aber man hat es vielleicht nicht richtig
angeschaut. Schon damals hat unsere medizinische
Abteilung festgestellt, dass man im Juni oder Juli dort
nicht spielen kann. Jetzt sind wir drei Jahre später,
jetzt wird es Zeit, darüber nachzudenken, was vielleicht
nicht so gut gemacht wurde."
"Ich finde es absolut richtig"
Bei der WM-Vergabe im Dezember 2010 hatte Katar den
Zuschlag für die WM-Endrunde allerdings für den Sommer
2022 erhalten. Eine Verlegung in den Winter könnte
möglicherweise die gescheiterten Mitbewerber auf den
Plan rufen. Zustimmung erhielt Blatter für seine
inhaltlichen Ausführungen, schließlich fordern Spieler
und Funktionäre aus aller Welt mit Uefa-Präsident Michel
Platini an der Spitze schon seit langem die Winter-WM.
"In dieser Deutlichkeit habe ich das noch nicht von ihm
gehört. Aber ich finde es absolut richtig", sagte
DFB-Präsident Wolfgang Niersbach. "Dieses Signal von
Blatter war klar und deutlich."
Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff ergänzte: "Es
ist besser, im Winter zu spielen, das steht außer Frage.
Ich war auch überrascht über die Klarheit dieser
Aussage. Jetzt müssen wir sehen, wie die Entscheidung
ausfällt."
Kurios allerdings, dass alle Argumente an Blatter
bisher stets abprallten. Erst eine eigene Erfahrung soll
ihn jetzt bekehrt haben. "Ich war gerade im Nahen Osten,
in Jordanien, Palästina und Israel. Ich habe gesehen,
welche Hitze in diesen Ländern herrscht, und dort ist es
nicht so heiß wie in Katar." Nun ja: Reisen bildet.
Quelle: n-tv.de ,
sgi/sid>
========

13.3.2014: Romario: Blatter macht penible
Vorschriften - die WMs sind für arme Länder viel zu
teuer - und nachher bleibt nichts ausser ein paar
Stadien und höheren Preisen
aus: n-tv online: "Dieb,
Korrupter, Hurensohn": Romário
zieht über Blatter her; 13.3.2014;
http://www.n-tv.de/sport/fussball/Romario-zieht-ueber-Blatter-her-article12453941.html
<Brasiliens ehemaliger
Fußball-Nationalspieler Romário ist nicht zu bremsen.
Der jetzige Politiker macht mit drastischen Äußerungen
seinem Ärger über Fifa-Chef Joseph Blatter Luft. Auch
Blatters Generalsekretär Jérôme Valcke bekommt sein
Fett weg.
Romário spricht von "absurden Ausgaben" und "Raub".(Foto:
ASSOCIATED PRESS)
Mit sprachlich schwerem Geschütz hat der frühere
Weltfußballer Romário seine Angriffe auf den Weltverband
Fifa und dessen Führungsriege intensiviert. Der
Abgeordnete im Nationalparlament nannte Fifa-Präsident
Joseph Blatter im Programm "Bate-Bola" des
Pay-TV-Senders ESPN Brasil einen "Dieb, Korrupten und
Hurensohn". Generalsekretär Jérôme Valcke sei "einer der
größten Erpresser des Weltsports".
Der Brasilianer reagierte mit seiner erneuten
Verbalattacke auf eine in seinem Heimatland in Umlauf
gebrachte Meldung, wonach Valcke seine Bedenken geäußert
habe, die WM in diesem Jahr könne die schlechteste der
Geschichte werden. "Ich möchte wissen, was die Fifa
außer einzufordern macht, um Brasilien bei der
Organisation zu helfen", so der 48-jährige Weltmeister
von 1994, der für die Partido Socialista Brasileiro
(PSB) im Parlament sitzt.
Weiter heißt es im Text, die Fifa verkaufe eine
Illusion, dass die Gastgeberrolle bei einer WM ein
großes Geschäft sei. Länder legten Millionen aus, um das
Turnier nach Fifa-Standards zu realisieren, der
Weltverband aber stecke sich das Geld in die Tasche und
lasse ein in Schulden versunkenes Land zurück.
"Brasilien hat einen Haufen von Dieben"
"Ich hoffe, dass andere Länder nicht die Auflagen und
Unnachgiebigkeiten der Fifa akzeptieren, die
Bundesgesetze und sogar die Kultur unseres Volkes
überfahren will", sagte Romário, dessen Unmut sich vor
allem gegen überteuerte Stadien und Korruption richtet.
In der TV-Debatte, der er per Telefon zugeschaltet war,
ging der Rundumschlag sogar weiter. "Wir haben schon
riesige Summen für die WM ausgelegt, und es wird von
jetzt an noch viel schlimmer. Brasilien hat einen Haufen
von Dieben, das ist die Wahrheit", schimpfte Romário,
der "absurde Ausgaben und Raub" angeblich mit Zahlen
belegen kann. "Man muss mich nur aufsuchen, und ich
zeige sie", versprach er.
Quelle: n-tv.de ,
wne/sid>
========

2.7.2017: Sepp
Blatter meint etwas mit Reue im Sonntagsblick
«Hätte früher aufhören sollen»: Blatter
zeigt Reue
http://www.20min.ch/sport/fussball/story/14179959
<Nach 17 Jahren an der
Spitze der Fifa trat Sepp Blatter im Juni 2015 zurück.
«Ich hätte früher aufhören sollen», meint der
81-Jährige jetzt.
Fast zwei Jahre nach seinem tiefen
Fall zeigt der ehemalige Fifa-Präsident Sepp Blatter
Reue. «Ich hätte früher aufhören sollen», sagt Blatter
in einem Interview mit dem «SonntagsBlick». Sein Abgang sei
schlussendlich «eine Erlösung» gewesen.
Der ehemalige Fifa-Präsident kündigte kurz nach seiner
Wiederwahl anfangs Juni 2015 überraschend seinen
Rücktritt an. Der heute 81-Jährige stand knapp 17 Jahre
an der Spitze der Fifa.
Im Interview erinnert sich Blatter, dass ihm
Nationalrat und «Weltwoche»-Verleger Roger Köppel nach
seinem Abgang gesagt habe: «Das Amt als Fifa-Präsident
ist ein Produkt mit Verfallsdatum. Bei dir (Sepp
Blatter) stand: Haltbar bis 2014. Damals hättest Du
gehen sollen.» Blatter habe erwidert, dass ein kühl
gelagertes Produkt länger halte.
«Ich habe den Garcia-Bericht nicht gelesen»
Blatter verteidigt im Interview zugleich seinen
Entscheid, den Garcia-Bericht nicht veröffentlicht zu
haben. Der Untersuchungsbericht der Fifa-Ermittler
Michael Garcia und Cornel Borbély befasst sich mit der
umstrittenen WM-Vergaben an Russland (2018) und Katar
(2022).
Er habe den Bericht selbst gar nicht gelesen, so
Blatter. Ethik-Kommissionschef Hans-Joachim Eckert habe
eine Zusammenfassung geschrieben und Blatter geraten,
nur diese zu veröffentlichen. Sonst hätten erst die
Rechte aller im Bericht erwähnten Person abgeklärt
werden müssen.
«Eine ganze Kaktus-Plantage würde ich ihm geben»
Die Fifa stellte den 430 Seiten umfassenden Bericht am
Dienstag online. «Im Sinne der Transparenz begrüsst die
Fifa die Neuigkeit, dass dieser Bericht nun endlich
veröffentlicht wurde», teilte der Verband heute mit.
Allerdings hatte die Zeitung «Bild» tags zuvor
berichtet, dass ihr der bis dahin geheime Bericht
vorliege – und einen Teil veröffentlicht. Das freut Sepp
Blatter gar nicht. Auf die Frage, ob er der Person, die
den Bericht der Zeitung zuspielte, eine Rose oder einen
Kaktus geben würde, meint Blatter: «Eine ganze
Kaktus-Plantage würde ich ihm geben.»
Machtlose Ermittler
Bereits bei der «Bild»-Veröffentlichung kam Brisantes
zutage: Zwei Millionen Dollar sollen auf dem Sparbuch
der zehnjährigen Tochter eines Fifa-Funktionärs gelandet
sein. Zudem habe sich ein Mitglied des Exekutivkomitees
bei Katar-Funktionären für die Überweisung von mehreren
100'000 Euro bedankt. Der Zweck des Geldes ist laut der
Zeitung unklar.
Im gesamten Bericht fehlt ein direkter Beweis dafür,
dass die Weltmeisterschaften von 2018 oder 2022 gekauft
waren, wie eine Zusammenfassung des
«Tages-Anzeigers» festhält. Garcia und Borbély stellen
aber auch fest, dass sie nicht alle Beweise
zusammentragen konnten – sie waren keine Staatsanwälte.
Sie hatten nicht die Macht, Dokumente zu beschlagnahmen
oder Razzien durchzuführen. Neu ist aber der Detailgrad
und die Dichte der Korruptionsvorwürfe: Der Bericht ist
die bisher ausführlichste Zusammenstellung der
korruptionsverseuchten Amigo-Kultur im Weltfussball.
(mch/sda)>
========
Brooklyn (New York) 27.10.2017:
Gerichtsurteil gegen FIFA-Korrupte
FIFA-Skandal:
US-Gericht verkündet erstes Korruptions-Urteil
http://www.deutschlandfunk.de/fifa-skandal-us-gericht-verkuendet-erstes-korruptions-urteil.890.de.html?dram:article_id=399228
"Im Prozess um den so genannten
FIFA-Skandal ist ein erstes Urteil gefallen. Hector
Trujillo aus dem zentralamerikanischen Guatemala wurde
von einem US-Gericht zu acht Monaten Haft verurteilt.
Trujillo ist jedoch nur ein kleiner Fisch – es warten
noch einige der einst wichtigsten Figuren des
Weltfußballs.
Von Carsten Upadek
Zweieinhalb Jahre nach der spektakulären Verhaftung
von sieben hochrangigen FIFA-Mitgliedern im Mai 2015
in einem Luxushotel in Zürich hat das
US-Bundesgericht in Brooklyn gegen den ersten
Funktionär ein Urteil gesprochen. Der
geständige Ex-Generalsekretär des
Fußballverbandes von Guatemala, Hector Trujillo,
wurde zu acht Monaten Haft und umgerechnet
350.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Als
kleiner Teil des Mammut-Prozesses hatte der
64-Jährige zugegeben, 200.000 US-Dollar Schmiergeld
für Werbeverträge seiner Nationalmannschaft bekommen
zu haben.
Insgesamt hat die US-Justiz gegen 38 Personen
Anklage erhoben, darunter die ehemaligen
FIFA-Vize-Präsidenten Jack Warner, Jeffrey Webb und
Juan Angel Napout. Es geht um Bestechung, Geldwäsche
und die Bildung einer kriminellen Vereinigung. Bei
den Beschuldigten handelt es sich vor allem um
Spitzenfunktionäre der nord- und der
südamerikanischen Fußballkonföderationen "CONCACAF"
bzw. "CONMEBOL" sowie Manager von
Sport-Vermarktungsfirmen.
Schmiergeld für dem Verkauf von TV-Rechten
Das Geld soll für Übertragungs- und Werberechte von
großen Wettbewerben, wie WM-Qualifikationsturnieren,
geflossen sein. Laut Anklageschrift waren das allein
für die Copa America 2016 - vergleichbar mit der
Europameisterschaft – 110 Millionen US-Dollar
Schmiergeld an die FIFA-Funktionäre.
Die Mehrheit der Angeklagten hat sich schuldig
bekannt. Ihre Urteile sollen in den nächsten Monaten
fallen. Drei ranghohe Funktionäre plädieren
weiterhin auf unschuldig. Das sind der Paraguayer
Juan Ángel Napout, der Brasilianer José Maria Marin
und der Peruaner Manuel Burga. Ihr Prozess beginnt
am 6. November und dürfte etwa sechs Wochen dauern.
Härtere Strafen drohen
Als Fingerzeig an sie gilt jetzt das Urteil gegen
den geständigen Trujillo. Napout, Marin und Burga
hatten im Fußball-Weltverband viel prominentere
Rollen, kassierten mutmaßlich Millionen an
Schmiergeldern und dürften bei Schuldsprüchen weit
härtere Strafen erwarten.
Die US-Ermittlungen lösten den Absturz des früheren
FIFA-Präsidenten Sepp Blatter und von dessen
Thronfolger Michel Platini aus. Blatter war wenige
Tage nach den ersten Festnahmen 2015 zurückgetreten.
Die FIFA-Ethikkommission sperrte ihn später unter
anderem wegen der Zahlung von zwei Millionen
Schweizer Franken an den damaligen UEFA-Boss Michel
Platini."
========
15.11.2017:
Systematische Bestechung bei der FIFA: Katar zahlte 1
Million pro Stimme
Zeuge: Katar zahlte eine Million Dollar für eine
WM-Stimme
http://www.sueddeutsche.de/sport/sportpolitik-zeuge-katar-zahlte-eine-million-dollar-fuer-eine-wm-stimme-1.3751562
- "Im Fifa-Prozess wirft ein Zeuge Funktionären
des südamerikanischen Kontinentalverbandes
Bestechlichkeit vor.
- Ein Funktionär soll laut diesem Zeugen eine Million
Dollar erhalten haben, damit er für Katar als
Austragungsort der Fußball-WM 2022 stimmte.
- Er formuliert weitere Korruptionsvorwürfe.
Alejandro Burzaco ist ein recht unscheinbarer Mann.
Mittelgroß, dunkles Haar - im Skandal beim
Fußball-Weltverband Fifa bislang ein eher kleines,
unbekannteres Licht. Doch das, was der Argentinier zu
wissen glaubt und im Zeugenstand des New Yorker Gerichts
auspackte, könnte nicht nur für die Angeklagten
weitreichende Folgen haben. Burzaco zog mächtige
Medienunternehmen in den Korruptionssumpf und berichtete
von gekauften Stimmen für die WM 2022
in Katar.
Die früher enorm einflussreichen Südamerika-Funktionäre
Nicolas Leoz (Paraguay), Ricardo Teixeira (Brasilien)
und der 2014 verstorbene
Julio Grondona (Argentinien) sollen bei der WM-Vergabe
im Dezember 2010 betrogen
haben. Grondona, über Jahre die "graue Eminenz" im
Kontinentalverband CONMEBOL, habe für seine Katar-Stimme
eine Million Dollar bekommen, sagte Burzaco unter Eid
aus. Woher (oder von wem), wurde nicht bekannt.
Als Leoz während der entscheidenden Sitzung des
Fifa-Exekutivkomitees zunächst nicht für das Emirat
gestimmt hatte, soll er von Teixeira und Grondona
zusammengestaucht worden sein. "Sie schüttelten ihn, sie
fragten: Was machst du? Stimmst du nicht für Katar?",
berichtete Burzaco. Gerüchte über Schmiergeldzahlungen
aus Katar halten sich seit Jahren. Die WM-Ausrichter
bestreiten die Vorwürfe aber vehement, hinreichende
Beweise gibt es bislang nicht.
Doch der Prozess in New York könnte weitere Details
liefern. Angeklagt sind die früheren Funktionäre Jose
Maria Marin, Juan Angel Napout und Manuel Burga unter
anderem wegen Betrugs, Verschwörung und Geldwäsche.
Burzaco, in der Gesamtermittlung der US-Justiz ebenfalls
Beschuldigter, ist der frühere Chef einer argentinischen
Sportmarketingfirma (Torneos y Competencias), die in dem
Korruptionsnetzwerk eine entscheidende Rolle spielte. In
den Zeugenstand setzte sich der Argentinier, der sich 2015 schuldig bekannt hatte,
ganz offensichtlich im Zuge eines Deals mit der
Staatsanwaltschaft. Seine Firma habe mehr als ein
Jahrzehnt lang Bestechungsgelder für TV-Rechte an
CONMEBOL-Führungskräfte gezahlt, sagte Burzaco aus.
Marin (85) war bis 2015 Präsident des
brasilianischen Verbandes, Napout (59/Paraguay)
zwischenzeitlich Fifa-Vize und Burga (60) bis 2014
Fußballchef in Peru.
Von Burzaco belastet wurden auch die Argentinier Jorge
Delhon und Pablo Paladino, die als Angestellte eines
Regierungsprogramms ("Fußball für alle") ebenfalls
Schmiergeld im Tausch gegen TV-Rechte genommen haben
sollen. Delhon beging laut lokaler Medien im Anschluss
an die Verhandlung Suizid, er soll sich vor einen Zug im
Großraum Buenos Aires geworfen haben. Von der Polizei
bestätigt ist der Vorgang nicht, die Zeitung Ole
beruft sich auf den Lokführer. Weitere Hintergründe -
und damit Zusammenhänge zu den Aussagen in New York -
wurden zunächst nicht bekannt. Burzaco berichtete
detailliert von den Zahlungen an die CONMEBOL-Bosse: Die
Gelder seien entweder per Banküberweisung auf ein
Schweizer Konto gezahlt oder in Form von Bargeld "in
Säcken und Umschlägen" übergeben worden. Von der
Staatsanwaltschaft vorgelegte Dokumente legen die
Existenz einer für das Geld genutzten Firma auf den
Turks- und Caicosinseln nahe. Marin habe bis 450 000 Dollar pro
Jahr erhalten.
Belastet wurden in Burzacos Ausführungen unter anderem
auch der US-Medienriese Fox Sports, TV Globo
(Brasilien), die argentinische Mediengruppe Full Play
und MediaPro (Spanien). Alle sollen in die
millionenschweren Schmiergeldzahlungen auf
unterschiedliche Weise involviert gewesen sein. Der
Fox-Mutterkonzern 21st Century Fox wies die
Anschuldigungen umgehend zurück. Insgesamt richtet sich
die US-Anklageschrift gegen 42
frühere Offizielle und Manager. Es geht um knapp 100 Verbrechen und ein
Gesamtvolumen von 200
Millionen Dollar. Der Prozess gegen Marin, Napout und
Burga wird wohl mindestens fünf bis sechs Wochen dauern,
weitere sollen folgen. Leoz wehrt sich derzeit in seinem
Heimatland vehement gegen die Auslieferung in die
Staaten, Teixeira vermeidet wegen eines internationalen
Haftbefehls Reisen ins Ausland."
========

22.12.2017: Korrupte, verurteilte
FIFA-Funktionäre 6,5 Millionen Dollar und 10,5
Millionen Dollar Schmiergeldern
Prozess in New York: Fifa-Funktionäre schuldig
gesprochen
https://www.srf.ch/news/international/prozess-in-new-york-fifa-funktionaere-schuldig-gesprochen
- <Ein Bundesgericht in New York hat die früheren
Funktionäre José Maria Marin und Juan Angel Napout im
ersten Prozess im Zug des FIFA-Korruptionsskandals für
schuldig befunden.
- Die Strafmasse sind noch nicht bekannt.
- Beide müssen ins Gefängnis, denn das Gericht lehnte
es wegen Fluchtgefahr ab, beide gegen Kaution bis zur
Verkündung des Strafmasses auf freien Fuss zu setzen.
- Noch auf kein Urteil einigen konnten sich die
Geschworenen im Fall des dritten angeklagten
Ex-Funktionärs Manuel Burga. Da folgen nächste Woche
weitere Beratungen.
Alle drei Angeklagten waren 2015 im Zuge des Skandals
um den Fussball-Weltverband festgenommen worden. Die
Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, über zwei Jahrzehnte
bei der Vergabe von Fernsehrechten Millionen an
Schmiergeldern erhalten zu haben.
Der 85-jährige Marin war Präsident des brasilianischen
Fussball-Verbandes und soll 6,5 Millionen Dollar
angenommen haben. Der Paraguayer Napout leitete die
südamerikanische Konföderation CONMEBOL und soll seit
2010 10,5 Millionen Dollar akzeptiert haben. Burga stand
Perus Verband vor.
Alejandro Burzaco, ein früherer Chef einer
argentinischen Sportmarketingfirma, hatte als Kronzeuge
ausgesagt. Er hofft durch seine Aussage auf eine mildere
Strafe.>
========

1.2.2020: Blatter bei der
Einvernahme zur WM2006 in Deutschland: "Vorgänge,
von denen weiss ich nichts. [...] Wenn ich ncihts
weiss, kann ich mich auch nicht erinnern"
Sepp Blatter, Franz Beckenbauer und das
Zehn-Millionen-Darlehen für das «Sommermärchen»
https://www.watson.ch/sport/schweiz/474118699-fifa-prozess-in-bellinzona-die-erinnerungsluecken-von-sepp-blatter
<Ein Einvernahmeprotokoll zeigt, wie sich der
Ex-Fifa-Präsident aus der Affäre des «Sommermärchens»
gestohlen hat.
Zwei Stunden lang wird Sepp Blatter, der
ehemalige Präsident des Weltfussballverbands Fifa, von
der Bundesanwaltschaft in Bern befragt.
Es geht um seine Rolle im Vorfeld der
Fussballweltmeisterschaft von 2006 in Deutschland.
Die Protokollführerin hält auf 57 Seiten fest, wie der
83-Jährige stammelt.
Ein typischer Satz, den sie von ihm zitiert,
geht so: «Die anderen Vorgänge, von denen weiss ich
nichts. Und kann...kann...wenn ich nichts weiss,
kann ich mich auch nicht erinnern.» Als
Blatter am Schluss gefragt wird, ob die Gespräche damals
in irgendeiner Aktennotiz aufgezeichnet worden seien,
macht er einen Witz. Er sagt: «Wie bei der
Bundesanwaltschaft?»
Dazu muss man wissen: Bundesanwalt Michael Lauber hat
beinahe seinen Job verloren, weil er sich im Geheimen
mit Blatters Nachfolger Gianni Infantino getroffen hat
und nicht einmal in seinem Gedächtnis ein Protokoll
abgelegt hat. Blatter macht nun ebenfalls
Erinnerungslücken geltend. So gelingt es ihm, sich aus
dem Spiel herauszuhalten. Er gehört nicht zu den
Angeklagten, sondern gilt juristisch nur als
Auskunftsperson. Eine Auskunftsperson allerdings, die
kaum Auskunft gibt.
Der Gerichtstermin, an den fast
niemand mehr glaubte
Seit dieser Woche steht fest, wann das
Nachspiel der Fussball-WM von 2006 stattfindet: Es
beginnt am 9. März und dauert bis im April. Auf 16 Tage
hat das Bundesstrafgericht in Bellinzona den Prozess um
das «Sommermärchen» angesetzt, kurz vor der Verjährung.
Die Fussball-WM von 2006 ging wegen ihrer
märchenhaften Stimmung in die Sportgeschichte ein.
Deutschland präsentierte sich der Welt als fröhliche
Nation, die sich ohne Nationalismus selbst feierte.
[Beckenbauer 2002: 10 Millionen Franken
Schmiergeld an Katar-Funktionär Mohamed bin Hammam -
das Geld kam vom Adidas-Chef Dreyfus]
Die Aufarbeitung findet so spät statt, weil die
Geschichte hinter dem Märchen erst neun Jahre nach dem
Abpfiff der Fussball-WM im «Spiegel» publik wurde: Franz
Beckenbauer, ehemaliger Fussballstar und Präsident des
deutschen Organisationskomitees, hatte 2002 zehn
Millionen Franken auf ein Konto von Mohamed bin Hammam
überwiesen, einem korrupten Fifa- Funktionär aus Katar.
DFB wolle erst nichts damit zu tun
haben
Beckenbauer behauptet, er habe die zehn
Millionen als Provision bezahlen müssen, damit die Fifa
die WM in Deutschland mit 250 Millionen mitfinanziert.
Blatter habe ihm nämlich 2001 in einem Gespräch unter
vier Augen mitgeteilt, dass Beckenbauer den Fifa-Scheich
in Katar überzeugen müsse, damit der Geldfluss in Gang
komme.
Beckenbauer trieb die zehn Millionen selber
auf, da der deutsche Fussballbund anfangs nichts mit
dieser Überweisung zu tun haben wollte. Fündig wurde er
beim inzwischen verstorbenen Adidas-Chef Robert
Louis-Dreyfus, der an der Zürcher Goldküste wohnte und
ihm ein persönliches Darlehen gewährte.
Als dieser 2003 sein Geld zurückwollte, hatte
Beckenbauer ein Problem. Er setzte seine OK-Kollegen
unter Druck und drohte ihnen mit seinem Rücktritt, wenn
der deutsche Fussballbund die Schuld nicht begleiche.
Dann wäre es nie zu einem «Sommermärchen» gekommen.
[27.4.2020: DFB bezahlt an Dreyfus die 10 Millionen]
Schliesslich zeigte die Einschüchterung
Wirkung: Am 27. April 2005 floss das Geld in einer
getarnten Transaktion vom deutschen Fussballbund über
ein Fifa-Konto zu Louis-Dreyfus. Das Datum ist heute von
grosser Bedeutung: 15 Jahre später, am 27. April 2020,
verjährt die mutmassliche Straftat.
Hintermänner bleiben unbehelligt
Vor Gericht müssen sich die Männer
verantworten, welche die Rückzahlung ausgeführt haben.
Angeklagt sind die Altfunktionäre Theo Zwanziger,
Horst Schmidt, Wolfgang Niersbach und Urs Linsi.
Jene, die den Deal eingefädelt haben, kommen
hingegen unbehelligt davon: Beckenbauer, Blatter
und Bin Hammam. Es wird auch nicht um die
grosse Frage gehen: Wofür zahlte Beckenbauer das Geld
wirklich? Es wird lediglich um das Täuschungsmanöver
danach gehen. Haben sich die Funktionäre strafbar
gemacht, indem sie das Geld auf verdeckten Wegen
zurückzahlten?
Normalerweise geht es bei einem
Betrugsvorwurf darum, herauszufinden, wer der Betrüger
ist. In diesem Fall ist aber nicht einmal klar, wer der
Betrogene ist. Gemäss der Bundesanwaltschaft ist es der
deutsche Fussballbund, der in seinem Vermögen geschädigt
sein soll.
Hauruckaktion der
Bundesanwaltschaft
Dieser sieht bei sich jedoch keinen Schaden,
sondern einzig ein Kommunikationsproblem. Das hält die
Führung des deutschen Fussballbundes in einem Schreiben
fest, das zu den Verfahrensakten gehört.
Das Bundesstrafgericht hat den Parteien vor
einer Woche mitgeteilt, dass es eher von einer
ungetreuen Geschäftsbesorgung als von einem Betrug
ausgehe. Die Bundesanwaltschaft musste in einer
Hauruckaktion die Anklageschrift ergänzen. Diese Woche
reichte sie die neue Version ein, die zusätzliche
Beschreibungen der Aufgabenteilung enthält.
«Ist doch nicht dein Ernst»
Welche Rolle hatte die Fifa? Blatter in der
Einvernahme: «Die Fifa hat in dieser Angelegenheit nur
Bank gespielt.» War er persönlich in die Rückzahlung
dieses Darlehens involviert? «Involviert sicher nicht.»
War es nach der Kompetenzordnung der Fifa überhaupt
möglich, dass diese Zahlung ohne ihn abgewickelt worden
ist? «Das war Management by Confidence.
Vertrauen.»
[Die FIFA wollte Deutschland keinen
Zuschuss für die WM2006 geben]
Und worum ging es im berühmten Gespräch unter vier Augen
mit Beckenbauer? Blatter gemäss Protokoll: «Äähm. Weil
ich gesagt habe in diesem Gespräch, äähm also für
Deutschland gibt’s keinen Zuschuss, weil Deutschland ist
so reich und die sollen, die sollen das selber machen.
Dann sagte Franz: ‹Ist doch nicht dein Ernst.›» Dann
hätten sie sich geeinigt. Die Erinnerung daran sei aber
wirklich vage.>
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<Die Ethikkommission des
Fußball-Weltverbandes hat den Ex-FIFA-Boss Sepp
Blatter für weitere sechs Jahre und acht Monate für
nationale und internationale Fußball-Tätigkeiten
gesperrt. Zudem muss er eine Million Schweizer Franken
zahlen. Der 85-Jährige reagierte empört.
Wie die FIFA erklärte, handelt es sich um verschiedene
Verstöße wie etwa Interessenkonflikte oder das Anbieten
oder die Annahme von Geschenken oder sonstigen
Vorteilen. Dieselben Strafen erhielt auch der
ehemalige FIFA-Generalsekretär Jerôme Valcke.
Da die früheren FIFA-Bosse aktuell noch eine Strafe
verbüßen, treten die Sanktionen erst nach deren Ablauf
in Kraft. Im Fall Blatter erfolgt dies am 8.
Oktober 2021, bei Valcke läuft die erste Sperre erst am
8. Oktober 2025 ab.
Wie Blatter über seinen Schweizer Sprecher ausrichten
ließ, bedeuteten diese Sanktionen für ihn einen
"schmerzhaften und nicht nachvollziehbaren
Nackenschlag". Blatter sei während eines
Aufenthalts in einer Reha-Klinik von dem Entscheid
überrascht worden. "Die Ethikkommission in ihrer
jetzigen Form hat mit einer unabhängigen Instanz nichts
mehr zu tun, sie ist viel mehr der verlängerte Arm des
FIFA-Präsidenten und nicht viel mehr als eine
Scheinjustiz", sagte Blatter nach Angaben seines
Sprechers.
Der 85-Jährige war bis Herbst 2015
FIFA-Präsident, bevor er zusammen mit dem damaligen
UEFA-Präsidenten Michel Platini von der Ethikkommission
des Verbandes suspendiert und später zunächst für acht
Jahre gesperrt wurde. Die Sanktion wurde dann auf sechs
Jahre reduziert. Im Kern ging es um eine Zahlung von
zwei Millionen Franken von der FIFA an Platini aus dem
Jahr 2011.
Valcke war im Jahr 2015 wegen Verstößen gegen den
FIFA-Ethikcode in mehreren Punkten zunächst für zwölf
Jahre gesperrt worden, ehe das Strafmaß um zwei Jahre
reduziert wurde. Ihm wurde damals zur Last gelegt, dass
er unter anderem am Weiterverkauf von WM-Tickets
beteiligt gewesen sei und bei der FIFA-Untersuchung
nicht kooperiert habe. Außerdem wird ihm Amtsmissbrauch
vorgeworfen.>
Bei Kriminellen gibt es keine Werbung.