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Sagen der Schweiz: Kanton Basel-Land

2. Flurnamen erzählen

Anwil - Münchenstein - Aesch - Bubendorf - Dilleten - Hundtrog bei Muttenz - Bassgygerstöck (Frenkendorf) - Pilgerruh (Rümlingen) - Gryner (Münchenstein) - Mördereiche (zwischen Maisprach und Wintersingen) - Welschhölzli (Geist in einer Flasche in Arlesheim) - Kapuzinerlöchli (Reinach) - Pefferlädli (Augst) - Sixfeld (Liedertswil) - Teufelsküche (Oltingen) - Schneggliberg (Oberdorf) - Drei blutte Buebe (Titterten) - Wybertröster (Wittingsburg) - Im lange Samschtig (Oberdorf)

präsentiert von Michael Palomino (2023)

aus: Sagen aus Baselland. Lehrerverein Baselland - bearbeitet von Gustav Müller und Dr. Paul Suter - Verlag Landschäftler AG, Liestal 1938
(ohne Laufental, das kam erst 1994 zum Kanton Basel-Land).

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2. Flurnamen erzählen

Herkunft des Namens Anwil
[Ammel = Anwil (hinter Rothenfluh) - und ein Lehmklumpen]

Als der liebe [Fantasie]-Gott die Welt geschaffen hatte, betrachtete er mit Wohlgefallen das fertige Werk. Von seiner Arbeit befriedigt, machte er sich daran, die Hände zu reinigen. Mit einem Seufzer der Erleichterung, "Do bisch ämmel", schlenkerte er seine Hand, [so] dass die noch daran haftende Erde davonspritzte. Da aber, wo dieser letzte Lehmklumpen hinklatschte, da liegt heute Ammel (Anwil). [S.19]


Die Entstehung von Münchenstein
[Schloss Birseck (Arlesheim), ein Jesus-Fantasie-Mönchskloster in Arlesheim, ein Starkregen und ein schwimmender Jesus-Fantasie-Mönch]

Hinter den Weihern beim Schloss Birseck stand einst ein [Jesus-Fantasie]-Kloster, woran heute noch der Name "Mönchsgraben" [in Arlesheim] erinnert. Bei einem furchtbaren Wolkenbruch wurde das [Jesus-Fantasie]-Kloster weggeschwemmt, und alle [Jesus-Fantasie]-Mönche fanden dabei den Tod bis auf einen. Dieser wurde von den Fluten dem Tale zugetrieben und konnte sich an einen schwimmenden Balken anklammern. Beim heutigen Münchenstein gelang es ihm, sich auf einen Felsen, der aus dem Wasser ragte, zu retten. Nachdem das Wasser sich verlaufen hatte, gründete der Mönch an dieser Stelle ein [Jesus-Fantasie]-Kloster, woran sich später ein Dorf anschloss. Daher heisst dieses heute noch Münchenstein und führt einen [Jesus-Fantasie]-Mönch im Wappen. [S.19]


Herkunft des Namens Aesch
[Aesch (am Blauen), Kanton Basel-Land: Raurach wird 58 v.Chr. abgebrannt für die Wanderung nach Gallien - und auf der Asche entsteht Aesch]

Als im Frühling des Jahres 58 v.Chr. das Raurachervolk sich anschickte, die alte Heimat zu verlassen, da schlugen überall die Flammen aus den Strohdächern und lohten Freudenfeuern gleich zum HImmel. Gierig leckten und frassen sie auf, nur immer brennen wollte, - und das war alles! Kaum einer weinte dem Vergehenden ein verstohlenes Tränlein nach, etwa ein altes Mütterchen, ein lebensmüder Greis, dem die Reise ins Totenland willkommener gewesen wäre, als der Zug in das gelobte Land Gallien, dem die Jungen mit Begeisterung zugestimmt hatten. Die strebten jetzt mutig vorwärts der unbekannten Ferne entgegen.

Längst waren die Freudenrufe im Talausgang verhallt und das Knarren der Karrenräder verlor sich in der Ferne. Das Feuer aber frass ungehindert, lustig weiter, bis von dem Ort an der Birs nichts mehr übrig war als ein grosser Aschenhaufen.

Spätere Ansiedler an dieser Stelle nannten ihre neue Niederlassung Aesch, zur steten Erinnerung an den grossen Aschenhaufen, den sie bei ihrem Einzug hier vorgefunden hatten. Dieser Name ist geblieben bis auf den heutigen Tag.


Herkunft des Namens Bubendorf
[Bubendorf (neben Liestal): Ein eigenes Dorf für viele Brüder]

Als die alemannischen Ansiedler von unserer Gegend Besitz nahmen, gründeten sie mit Lust und Eifer ihre Höfe, überall, wo sie der Reichtum an guten Quellen, sonnige Lage oder eine windstille Mulde dazu verlockten. So entstanden denn bald auch im Tal der Frenke Blockhütten mit weit ausladenden, schützenden Strohdächern [S.20]. Dabei blieb es aber nicht. Bald war es nötig, den heranwachsenden Söhnen, die einen eigenen Hausstand gründen wollten, auch Hütten zu bauen. Ein Bauer aber hatte so viele Söhne, dass aus seiner Ansiedlung ein ganzes Dörfchen wurde, nachdem man für jeden eine besondere Hofstatt angelegt hatte. Die Nachbaren nannten dieses Dörfchen der vielen Bueben wegen "Bubendorf". [S.21]


Dilleten
[Dilleten (Region Waldenburg): Onoldswil wurde 1295 verschüttet - ein Weg mit Dielen von Bennwil nach Oberdorf]

Nach dem Bergsturz von 1295, welcher das Dorf Onoldswil verschüttet hatte, war der Weg von Bennwil nach dem neu gegründeten Oberdorf nur schwer begehbar. Lange Zeit hindurch musste an einer besonders bösen Stelle der Boden mit Brettern (Dielen) belegt werden, damit man hindurchgehen konnte. Daran erinnert heute noch der Flurname "Dilleten". [S.21]


Der Hundtrog bei Muttenz
[Muttenz (bei Basel): Die Hunde von der Burg am Wartenberg]

Als die Ritter noch auf der Burg hausten, befanden sich auf halber Höhe des Wartenbergs Tröge für die Jagdhunde. Die Leibeigenen im Dorfe waren gezwungen, tagtäglich morgens und abends diese Tröge mit Hundefutter zu füllen. Wenn sie es unterliessen, wurden sie schwer gebüsst oder eingekerkert. Noch jetzt heisst man die Gegend, wo sich voreinst der Futterplatz der ritterlichen Hunde befand, "im Hundtrog". [S.21]


"D'Bassgygerstöck" bei Frenkendorf
[Frenkendorf (bei Liestal): Schlacht bei Dornach 1499: Eine Musikgruppe hängt vor der Schlacht in Galgenstein+Wolfenried Musikinstrumente an knorrigen Bäumen auf]

Im Wald nahe an der Grenze gegen das Solothurnergebiet, wo die Fluren Galgenstein und Wolfenried liegen, steht eine - früher waren es deren zwei - dicke knorrige [S.21] Buche [Eiche?]. Diesen Ort bezeichnet man als "Bassgygerstöck". Als Erklärung für diesen wunderlichen Namen erzählt man, dass anno 1499 die eidgenössischen Spielleute ihre Musikinstrumente an den beiden vielästigen Bäumen aufgehängt hätten, als sie über den Gempen nach Dornach in die Schlacht zogen. [S.22]

"22. Juli: In der Schlacht bei Dornach siegen die Eidgenossen über ein Heer des Schwäbischen Bundes." [Link]


Pilgerruh
[Rümlingen (Region Läufelfingen) im Homburgertal mit einem Gasthof]

Wer heute mit der Eisenbahn durch das Homburgertal hinauffährt, dem wird unterhalb Rümlingen am jenseitigen Steilen Talabhang ein festes Gebäude auffallen, das Gehöft "Pilgerruh". Dieses Gebäude blickt auf ein ansehnliches Alter zurück. Denn es wurde lange vor der Bahn erbaut. Im 17. Jahrhundert hat ein Basler Herr auf der Flur "Ärgeli" dieses weithin sichtbare Haus erstellen lassen. Dessen Fundamente, die am Grunde 12 Meter dick sein sollen, reichen bis auf die Strasse hinunter.

Das Haus sollte den Reisenden dienen. Dort fanden sie nach Bestimmung des Erbauers jederzeit ein gastliches Obdach. Der jeweilige Pächter des Hofes musste alle Wanderer beherbergen. Dafür war er von der Entrichtung eines Pachtzinses befreit. [S.22]


Der Gryner
[Münchenstein: Der Weg hoch zum Landvogt von Münchenstein ist zum weinen - zum grynen]

Hinter der alten Trotte bei Münchenstein klimmt ein steiler Weg den Schlossfelden hinan zu den paar Häusern, die enggeschart an Stelle des einstigen Landvogteischlosses stehen. Dieser Weg ist der frühere Torweg zum Schloss Münchenstein. Mancher ist im Laufe der Jahrhunderte hier hinaufgestiegen; und kaum einer [S.22] wird sich dabei sehr geeilt haben. Daran war aber weniger der steile Weg schuld, als die schweren und bekümmerten Herzen der vom Landvogt vorgeladenen Leute, die von der Audienz mit dem Landvogt kaum etwas Gutes zu hoffen wagten. In Muttenz [das Nachbardorf] ging die Rede, dass alle, die dort hinaufsteigen, weinten (gryne), weshalb man diesen Weg nicht anders als Gryner nannte. [S.23]


Die Mördereiche
[Region Rheinfelden: Zwischen Maisprach und Wintersingen: Ein Posamenter mit Obst im Bündel wird überfallen, ermordet, und dort wächst eine Eiche]

Am Weg von Maisprach nach Wintersingen steht rechter Hand im Lebhag [von Tieren bewohnte Hecke] eine Eiche, die von den Maisprachern Mördereiche genannt wird. Über die Entstehung dieser Ortsbezeichnung wird berichtet:

Ein Posamenter [Obstverarbeiter im Tafeljura im Kanton Basel-Land] hatte sein Bändelpack fortgetragen und befand sich nun wieder auf dem Heimweg, den wohlverdienten Lohn mit sich tragend. Er schmiedete wohl schon allerlei Pläne, wie er das Geld verwenden wollte. Doch trachtete auch ein anderer darnach. Der hatte ebenfalls seine Pläne. Er wollte heiraten und brauchte Geld, bare 300 Franken hätte er haben sollen. Da war ihm der Posamenter willkommen. Er lauerte ihm in der abgelegenen Gegend auf, überfiel den Ahnungslosen und erstach ihn. Die aufgefundene Leiche des Ermordeten hat man im Gemeinderatszimmer aufgebahrt.

Das junge Eichlein, das auf der blutgetränkten Erde stand, liess man aufwachsen. Auch wenn man den Lebhag zurückschnitt, blieb es verschont und trug hinfort den Namen "Mördereiche".

Der Mörder aber, der seine Bluttat schon auf der Zeiniger-Egg hatte begehen wollen, konnte sich seines [S.23] Raubes nicht lange freuen. Als er am Unterdorfbrunnen seine blutbesudelten Hände wusch, ahnte er nicht, dass er bald erwischt und enthauptet würde. Der bekannte Scharfrichter Mengis von Rheinfelden, der schon so viele vom Leben zum Tode gebracht hatte, musste auch an diesem Übeltäter die Sühne vollziehen.

Von Mengi's Richtschwert, das gewöhnlich an der Wand hing und dort seines düsteren Dienstes harrte, erzählte man, "es heig afo gampe, wenn er gly wieder öpper heig müese chöpfe". [S.24]


Das Welschhölzli
[Arlesheim, Schloss Birseck oder Reichenstein: Magd Welsch Elseli ist nicht so grosszügig, der Geist kommt in eine Flasche und wird in einem Hölzli abgelegt]

Das Welschhölzli liegt im Banne Arlesheim, oben im Walde gegen die Schönmatt. Es hat nach der Überlieferung seinen Namen von einer Magd, dem "Welsch Elseli". Diese diente, so wird erzählt, auf dem Schlosse. Ob auf Birseck oder Reichenstein, wird nicht gesagt. Wenn nun die Herrschaft abwesend war und sie das Hauswesen zu besorgen hatte, zeigte sie sich hart gegen die Armen, wies die um Almosen Bittenden unbarmherzig ab und gab die Überbleibsel der Mahlzeiten statt diesen den Schweinen. Zur Strafe für diese Hartherzigkeit musste ihre Seele nach dem Tode in der Nähe des Schlosses umherwandeln. Dieses Gespenst war aber den Schlossbewohnern nicht angenehm. Deswegen liessen sie einen [Jesus-Fantasie]-Kapuziner holen, der bannte den ruhelosen Geist in eine Flasche und legte diese in dem genannten Hölzchen nieder. Daher bekam es seinen Namen. [S.24]


Das Kapuzinerlöchli
[Erlenhof bei Reinach, ein Jesus-Fantasie-Kapuziner fällt in eine Wasserquelle]

In der Nähe des Erlenhofes bei Reinach liegt das Kapuzinerlöchli, eine Senkung des Bodens. Als einmal [S.24] einige [Jesus-Fantasie]-Kapuziner von Dornach nach Mariastein gehen wollten, beugte sich einer von ihnen über die Quelle, die dort entsprang, und fiel kopfüber hinein. Vergebens suchten ihn seine Gefährten herauszuziehen; er verschwand im Wasser. Seitdem heisst der Ort Kapuzinerlöchli oder Kapuzinerloch. [S.25]


Das Pfefferlädli
[Augst und ein Haus zu verkaufen]

Ein Haus in der Ergolzniederung bei Augst, das nach dem Bau des Stauwerkes geräumt wurde, trug diesen sonderbaren Namen. Wie es dazu gekommen ist, geht aus der nachstehenden Anekdote hervor: Eine Basler Dame habe vor Jahren ein Gehöfte zu kaufen gesucht. Da wurde ihr dieses angetragen. Als sie es aber angesehen hatte, lehnte sie einen Kauf ab mit der Begründung: "Das ist ja nur ein Pfefferlädli!" [S.25]


Das Sixfeld bei Liedertswil
[Region Reigoldswil (mit Wasserfallen): Das Siegsfeld im Frenkental - und ein paar Soldaten]

Zwischen dem vorderen und hinteren Frenkental, in der Flucht [geraden Linie] eines den Juraketten folgenden Längstales, liegt das Sixfeld. Steiler, dunkler Bergwald säumt zu beiden Seiten das fast baumlose, breite Gelände dieses ausgeprägten Passsattels. Während die Sommerhitze hier flimmernd brütet, weht zu anderen Zeiten des Jahres oft ein stürmischer Wind. Der Name des Sixfeldes wird im Volksmunde mit einem hier erfochtenen Siege (Siegsfeld) in Zusammenhang gebracht, wie denn auch verschiedene Sagen von Soldaten und Schlachtenlärm erzählen.

So hörte eine von Reigoldswil nach Liedertswil heimkehrende Frau in später Nacht das Gestampf von Pferden [S.25] und das Klirren von Waffen. Dazwischen ertönten auch Rufe, und sie konnte wahrnehmen, dass ein Kampf hin und her wogte. Da die Frau sonst keine Furcht kannte, wollte sie trotzdem ihren Weg fortsetzen, wurde aber von unsichtbarer Hand daran gehindert. Es blieb ihr nichts anderes übrig, als nach Reigoldswil zurückzukehren und daselbst zu übernachten.

Von einer anderen Frau wird erzählt: Sie jätete Rüben auf dem Sixfeld bei hellem Tage. Da sah sie auf der ganzen Breite des Feldes Militär heranmarschieren. Sie kehrte das Gesicht weiter der Erde zu und dachte, die Soldaten würden ihr schon ausweichen. Als sie nach einer Weile wieder aufschaute, war alles verschwunden.

Etwas ähnliches erfuhr ein Reigoldswiler, der mit zwei Freunden eine Bergtour auf den Passwang unternehmen wollte. Wie die drei Männer unter munterem Gespräch den Gempis erstiegen hatten und gegen die Bergmatten marschierten, hörten sie auf einmal Jagdhörner, Musik und laute Männerstimmen. Erschrocken spähten sie nach der Ursache dieses Lärms und erblickten drüben auf dem Sixfeld ein Bataillon Soldaten, deren Waffen wie Silber in der heissen Julisonne glänzten. Aber plötzlich war der ganze Spuk wieder verschwunden. Der Himmel überzog sich und es fiel ein gewaltiger Gewitterregen, der die Wanderer veranlasste, schleunigst ins Dorf zurückzukehren. [S.26]


Die Teufelsküche
[Oltingen (Region Tecknau) und ein rauchender Kalkofen]

Ein kleiner verschütteter Platz am Klapfen bei Oltingen wird Teufelsküche genannt. Nachforschungen an Ort und Stelle haben ergeben, dass an jener Stelle [S.26] sehr wahrscheinlich einmal ein Kalkofen gebrannt hat. Wer von fern den Ofen rauchen sah, der konnte leicht glauben, der Rauch steige aus der Erde auf und zu der Namensbildung war es nur noch ein kleiner Schritt. [S.27]


Der Schneggliberg
[Oberdorf (bei Waldenburg): Wasserschnecken am Leisenberg (bei Waldenburg)]

Ein Knabe hatte seinem Vater, der im Heimsten bei Oberdorf arbeitete, das Zoben [Abendbrot] gebracht. Auf dem Heimwege sah er im Heimsten- und im Weigischbächlein im klaren Wasser viele der kleinen, spitzen Wasserschnecklein. Nach Bubenart suchte er sich so viele als möglich zusammen und füllte seine Hosentaschen damit. Kaum aber wollte er sich wieder auf den Weg machen, als ihn eine fremde Frau anhielt und die kleinen Schnecklein verlangte. Und da er nicht alle hergeben wollte, ging sie ein Stück Weges mit ihm und liess nicht ab, bis er das letzte aus seinem Sacke geklaubt hatte. Wie die Frau aber alle Schnecklein hatte, verschwand sie, wie sie gekommen war. Der Bube aber kam bleich und verstört heim und war lange Zeit nicht mehr zu bewegen, wieder nach dem Heimsten zu gehen.

Jenen Teil des Leisenberges heisst man seit dieser Zeit den "Schneggeliberg". [S.27]


Die drei blutte Buebe
[Titterten (neben Reigoldswil) und Buben im Bach, die aus einem Jesus-Fantasie-Kloster ausgebrochen sind und nur ein Hemd anhaben - ansonsten nackt (blutt)]

Nit vill Lüt wüsse, worum ass me der Stell unde-n-am Wasserfälleli im Flüegrabe "die drei blutte Buebe" seit. Das isch eso:

Vor ville Johre, wo Titterte noh [Jesus-Fantasie]-katholisch [mit Ablass] gsi isch, het me-n-emol dört unde drei Buebe gfunde. Die hei [S.27] nüt agha as s'Hemmli. Si sy im [Jesus-Fantasie]-Chloschter dornech z'mitts in der Nacht furtgloffe gsi. Die Titterter, wo se gfunde hei, hei se mit hei gnoh und ene Chleider ge. Noh ne paar Tage hei si se wieder ins [Jesus-Fantasie]-Chloschter Dornech zrugg to. [S.28]


Der Wybertröster
[Wittingsburg (Region Läufelfingen) und ein schön bepflanzter Acker]

Im Banne Wittinsburg liegt ein Acker, welcher "Wybertröster" heisst. Nach einer mündlichen Überlieferung wollte sich einmal eine Frau von ihrem Manne, eben dem Besitzer dieses Ackers, scheiden lassen. Aus welcher Ursache, ist nicht mehr bekannt. Da beschlossen die beiden Eheleute, vor der Scheidung nochmals miteinander diesen Acker zu besichtigen. Sie fanden die Anpflanzungen darauf aber so schön, dass die Frau reuig wurde und mit ihrem Manne weiter haushielt. Seitdem trägt nun der genannte Acker den Namen "Wybertröster". [S.28]


Im lange Samschtig
[Oberdorf (neben Waldenburg) mit Mühle - eine Magd muss am Samstag Bohnen ernten, hat Schnaps dabei und schläft am Sonntag lange aus]

In der Oberdörfer Mühli hei si emol e Magd gha. Die het müese amene Samschtig Nohmittag go Böhnli günne uf em Pflanzplätz in der Baselmatt. S'isch e heisse Tag gsi und sie het es Fläschli Brenz [Brantwein, Schnaps] by-n-ere gha. So nimmt's eim nit wunder, wenn sie bim Zobe-neh ygschlofe-ni-isch. Wär aber nit ehnder verwachet as am Sunntig am Morge, wo d'Lüt vo de Höfe in der Nöchi z'Chilche gange sy, isch eusi Magd. Sie het gfrogt, wie-vill Zyt ass' siyg. "He nüni!" Druf seit si: "Da'sch jetz au e lange Samschtig gsi!"" Sit der Bigäbeheit treit das Stück Land der Name "im lange Samschtig". [S.28]


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Quellen


Fotoquellen


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