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Sagen der Schweiz: Kanton Basel-Land

16. Wörter, die noch zu erklären sind

präsentiert von Michael Palomino (2023)

aus: Sagen aus Baselland. Lehrerverein Baselland - bearbeitet von Gustav Müller und Dr. Paul Suter - Verlag Landschäftler AG, Liestal 1938
(ohne Laufental, das kam erst 1994 zum Kanton Basel-Land).

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Wörter, die noch zu erklären sind

ausgejagt, ein ausgejagter Kapuziner (S.68)

Zitat: "Ein ausgejagter Kapuziner habe ihm angeraten, mit seinem eigenen Blut seinen Namen auf ein Blatt zu schreiben." [S.68]


Birch, Birchschaggob (S.93)

Zitat:
"Heit er der Holzhauer au wieder gkört in der Lauch? Jetz wei mer aber mache, dass mer's noh yne bringe, es chunnt wieder öppis," het amme [manchmal] der Birchschaggob [der billige Jakob (Trödelhändler) von Birch] zue mer gseit, und er het gwöhnlig rächt gha." [S.93]


Brittli, Windelbrittli (S.99)

Zitat: "An dieser Stelle wurde eines Nachts ein [S.98] alter Vater von seinem Sohne mit einem "Windelbrittli" erschlagen." [S.99]


Chilt, z'Chilt go (S.149)

Zitat: "Ein Rothenflüher ging einst nach Oltingen z'Chilt. Als er in einer Sonntagsnacht spät den schmalen, steilen Fussweg hinab ins Tal stieg, erschrak er ob einem unheimlich [S.149] klappernden Geräusch hinter ihm." [S.150]


Gsig, im Gsig (S.123)

Zitat: "An der Stelle, wo der "Bergweg" gegen den Schmutzberg umbiegt, heisst es "im Gsig". Dort soll ein Weiblein mit Kopftuch, einem weiten "Tschope", einer langen "Junte" und einem "Fürtuech" erscheinen." (S.123)


Hämmig (S.74)

Zitat:
"Früher lief die Grenze zwischen den beiden Ständen Basel und Solothurn bei Langenbruck über die Wannenfluh zum Lochhaus hinunter. Heute ist die Höhe des Berges samt der Fluh solothurnisch. Bei dieser Änderung soll ein Senn des Alphofes Wanne beteiligt gewesen sein, indem er den Bannstein auf die Basler Seite gerückt habe. Doch blieb seine sündige Tat nicht ungerächt; denn wie andere Grenzfrevler muss der Wanne-Hämmig nach dem Tode umgehen und sein Unrecht [S.73] in jämmerlichen Tönen beklagen. Schaurig tönt es dann von der Wannenfluh her, dass es den Langenbruckern kalt über den Rücken läuft. Bald darauf pflegen sich gewöhnlich Regen und Unwetter einzustellen." [S.74]



Haulen, Wilhaulen (S.89)

Zitat:
"Ich habe auf Wil [in Liedertswil] das Vieh besorgt. (Vier Liedertswiler hatten damals östlich der Wilhaulen grosse Bergmatten mit Heuscheunen und kleinen Ställen darauf. Das Heu fütterten sie im Spätwinter an Jungvieh, das sie dort oben so lang warteten, bis das Futter zu Ende war). In der Nacht bin ich nach dem Niederhof abgestiegen. Aber es war unheimlich. Schon im Stall war der Teufel los. Die Tiere schlugen aus, fuhren hin und her, brüllten, wollten nicht fressen. Daher blieb ich länger als sonst auf dem Berg. Als ich ins Freie treten wollte, schlug mir ein Sauwind die Stalltüre an den Grind [Kopf] und es kübelte nur so vom Himmel. Ich pressierte. Beim "Höchen Stich" schwenkte ich rechts ab und lief dem Lichs [Lichshübel] zu [S.89]. Aber heiliges Donnerwetter, jetzt kam es, jetzt! Auf einmal konnte ich fast nicht mehr gehen und stehen und es verschlug mir den Atem. Und nun fuhr von der vordern Wilhaulen ein fürchterlicher Sturm daher, ich hörte lautes, wildes Hundegebell, überhaupt einen verfluchten Lärm. Ich denke, die Welt will untergehen.

Da springen Hunde, grosse und kleine, mit feurigen Augen und Mäulern links und rechts an mir vorbei, und plötzlich läuft ein schwarzer, grosser Jäger auch an mir vorüber und ruft etwas. Verstanden hab ich nichts, ich war wie gelähmt und am Umfallen. Und dann fing es an zu regnen und zu tosen, viel ärger als oben bei der Hütte. Die Wilhaulenhunde und der Jäger verschwanden über dem Lichshübel in der Richtung nach dem Heimsten (allein und einsam stehender Bauernhof in einer Mulde östlich des Lichs). Nun konnte ich wieder gehen und schritt heimwärts. Ich spür' es heute noch in allen Gliedern." [S.90]


Lauch, in der Lauch (geographisch) (S.93)

"Heit er der Holzhauer au wieder gkört in der Lauch? Jetz wei mer aber mache, dass mer's noh yne bringe, es chunnt wieder öppis," het amme [manchmal] der Birchschaggob [der billige Jakob (Trödelhändler) von Birch] zue mer gseit, und er het gwöhnlig rächt gha. Wenn me der Holzhauer gkört, so git's sicher ander Wätter." [S.93]


Lichs, am Lichs (Lichshübel, Lichsmulde) (S.89, S.116)

"In Liedertswil geht die Sage, es habe einst ein geiziger Bauer am Lichs [Lichshübel] östlich des Dörfleins in der Nacht die Marchsteine zu seinen Gunsten versetzt. Zur ewigen Strafe müsse er in der Geisterstunde dort umgehen, der verlegten Grenze nach, und trage dabei ein Laternlein, das bald verschwinde, bald sichtbar sei. Ein paar junge Burschen hatten die Erscheinung auch gesehen und erzählten davon. Ich erklärte ihnen dieselbe als eine ganz natürliche:

"In der Lichsmulde ist eine sumpfige Stelle, wo nur saures Gras wächst. In diesem nassen Boden bildet sich Sumpfgas, das in kleinen Blasen aus dem Boden aufsteigt und sofort brennt, wenn es mit dem Sauerstoff der Luft in Berührung kommt." [S.116]


Mutti, der Mutti von Riehen, der Muttibueb (S.148)

"Wenn jemand zu einer Arbeit kommt, die er nicht gerne tut, oder wenn es sich sonstwie trifft, dass er zu unpassender Zeit erscheint, so empfängt man ihn in Oltingen etwa mit den Worten: "De breichsch's grad as wie der Mutti vo Rieche" oder "De chunnsch grad rächt wie der Mutti vo Rieche".  [...]

Der Muttibueb von Riehen war ein verwachsener Bursche, aber trotz seiner Missgestalt stets voller Galgenhumor. " [S.148]


Plänetze und Chedditefabrik (S.43)

In Liestal wurden Wege gebaut, und einer ging "von der Chedditefabrik der Plänetzen entlang":

"Dieser Weg ist nicht zu verwechseln mit dem Niklaus von der Flüeweg, der 1936/37 durch ein Basler Arbeitslager erstellt worden ist und von der Chedditefabrik der Plänetzen entlang zur Arisdörferstrasse hinaufführt." [S.43]


Riesi, Riesiebene (S.72)

"Die schöne ebene Waldung zwischen Böckten und Sissach auf der "Riesiebene" hat früher den Böcktern gehört. Die Sissacher haben sie aber ganz billig gekauft - nämlich um einen Doppelliter Kirschwasser, das die Böcktener Gemeinderäte für sich gefordert hatten." [S.72]


Rung (S.76)

"Er wüss es ganz ginau, wär's gsi syg, het der Steffehans gseit. Dä Ma syg scho ne Rung gstorbe gsi, do syg er einisch z'nacht sym Suhn [Sohn] erschiene, heig ihm dütet, er sell mit ihm cho." [S.76]


Wasenhaus (S.83)

"In der [Jesus-Fantasie]-Weihnachtsnacht reitet aus der Häftleten [Häfleten?] ein Mann mit einem Schimmel. Er führt noch eine Kuh mit sich, die er beim Wasenhaus unterhalb Tenniken verscharrt." [S.83]


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Quellen


Fotoquellen


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