Wörter, die noch zu erklären sind
ausgejagt, ein ausgejagter Kapuziner (S.68)
Zitat: "Ein ausgejagter Kapuziner habe ihm
angeraten, mit seinem eigenen Blut seinen Namen auf ein
Blatt zu schreiben." [S.68]
Birch, Birchschaggob (S.93)
Zitat:
"Heit er der Holzhauer au wieder gkört in
der Lauch? Jetz wei mer aber mache, dass mer's noh yne
bringe, es chunnt wieder öppis," het amme [manchmal] der Birchschaggob
[der billige Jakob (Trödelhändler) von Birch]
zue mer gseit, und er het gwöhnlig rächt gha." [S.93]
Brittli, Windelbrittli (S.99)
Zitat: "An dieser Stelle wurde eines
Nachts ein [S.98] alter Vater von seinem Sohne mit einem "Windelbrittli"
erschlagen." [S.99]
Chilt, z'Chilt go (S.149)
Zitat: "Ein Rothenflüher ging einst nach Oltingen z'Chilt.
Als er in einer Sonntagsnacht spät den schmalen, steilen
Fussweg hinab ins Tal stieg, erschrak er ob einem unheimlich
[S.149] klappernden Geräusch hinter ihm." [S.150]
Gsig, im Gsig (S.123)
Zitat: "An der Stelle, wo der "Bergweg" gegen den
Schmutzberg umbiegt, heisst es "im Gsig".
Dort soll ein Weiblein mit Kopftuch, einem weiten "Tschope",
einer langen "Junte" und einem "Fürtuech" erscheinen."
(S.123)
Hämmig (S.74)
Zitat:
"Früher lief die Grenze zwischen den beiden Ständen Basel
und Solothurn bei Langenbruck über die Wannenfluh zum
Lochhaus hinunter. Heute ist die Höhe des Berges samt der
Fluh solothurnisch. Bei dieser Änderung soll ein Senn des
Alphofes Wanne beteiligt gewesen sein, indem er den
Bannstein auf die Basler Seite gerückt habe. Doch blieb
seine sündige Tat nicht ungerächt; denn wie andere
Grenzfrevler muss der Wanne-Hämmig nach dem
Tode umgehen und sein Unrecht [S.73] in jämmerlichen Tönen
beklagen. Schaurig tönt es dann von der Wannenfluh her,
dass es den Langenbruckern kalt über den Rücken läuft.
Bald darauf pflegen sich gewöhnlich Regen und Unwetter
einzustellen." [S.74]
Haulen, Wilhaulen (S.89)
Zitat:
"Ich habe auf Wil [in Liedertswil] das Vieh besorgt. (Vier
Liedertswiler hatten damals östlich der Wilhaulen
grosse Bergmatten mit Heuscheunen und kleinen Ställen
darauf. Das Heu fütterten sie im Spätwinter an Jungvieh, das
sie dort oben so lang warteten, bis das Futter zu Ende war).
In der Nacht bin ich nach dem Niederhof abgestiegen. Aber es
war unheimlich. Schon im Stall war der Teufel los. Die Tiere
schlugen aus, fuhren hin und her, brüllten, wollten nicht
fressen. Daher blieb ich länger als sonst auf dem Berg. Als
ich ins Freie treten wollte, schlug mir ein Sauwind die
Stalltüre an den Grind [Kopf] und es kübelte nur so vom
Himmel. Ich pressierte. Beim "Höchen Stich" schwenkte ich
rechts ab und lief dem Lichs [Lichshübel] zu [S.89]. Aber
heiliges Donnerwetter, jetzt kam es, jetzt! Auf einmal
konnte ich fast nicht mehr gehen und stehen und es verschlug
mir den Atem. Und nun fuhr von der vordern Wilhaulen ein
fürchterlicher Sturm daher, ich hörte lautes, wildes
Hundegebell, überhaupt einen verfluchten Lärm. Ich denke,
die Welt will untergehen.
Da springen Hunde, grosse und kleine, mit feurigen Augen und
Mäulern links und rechts an mir vorbei, und plötzlich läuft
ein schwarzer, grosser Jäger auch an mir vorüber und ruft
etwas. Verstanden hab ich nichts, ich war wie gelähmt und am
Umfallen. Und dann fing es an zu regnen und zu tosen, viel
ärger als oben bei der Hütte. Die Wilhaulenhunde und der
Jäger verschwanden über dem Lichshübel in der Richtung nach
dem Heimsten (allein und einsam stehender Bauernhof in einer
Mulde östlich des Lichs). Nun konnte ich wieder gehen und
schritt heimwärts. Ich spür' es heute noch in allen
Gliedern." [S.90]
Lauch, in der Lauch (geographisch) (S.93)
"Heit er der Holzhauer au wieder gkört in
der Lauch? Jetz wei mer aber mache, dass
mer's noh yne bringe, es chunnt wieder öppis," het amme
[manchmal] der Birchschaggob [der billige Jakob
(Trödelhändler) von Birch] zue mer gseit, und er het
gwöhnlig rächt gha. Wenn me der Holzhauer gkört, so git's
sicher ander Wätter." [S.93]
Lichs, am Lichs (Lichshübel, Lichsmulde) (S.89, S.116)
"In Liedertswil geht die Sage, es habe einst ein geiziger
Bauer am Lichs [Lichshübel]
östlich des Dörfleins in der Nacht die Marchsteine zu seinen
Gunsten versetzt. Zur ewigen Strafe müsse er in der
Geisterstunde dort umgehen, der verlegten Grenze nach, und
trage dabei ein Laternlein, das bald verschwinde, bald
sichtbar sei. Ein paar junge Burschen hatten die Erscheinung
auch gesehen und erzählten davon. Ich erklärte ihnen
dieselbe als eine ganz natürliche:
"In der Lichsmulde ist eine sumpfige Stelle,
wo nur saures Gras wächst. In diesem nassen Boden bildet
sich Sumpfgas, das in kleinen Blasen aus dem Boden aufsteigt
und sofort brennt, wenn es mit dem Sauerstoff der Luft in
Berührung kommt." [S.116]
Mutti, der Mutti von Riehen, der Muttibueb (S.148)
"Wenn jemand zu einer Arbeit kommt, die er nicht gerne tut,
oder wenn es sich sonstwie trifft, dass er zu unpassender
Zeit erscheint, so empfängt man ihn in Oltingen etwa mit den
Worten: "De breichsch's grad as wie der Mutti vo
Rieche" oder "De chunnsch grad rächt wie der
Mutti vo Rieche". [...]
Der Muttibueb von Riehen war ein verwachsener
Bursche, aber trotz seiner Missgestalt stets voller
Galgenhumor. " [S.148]
Plänetze und Chedditefabrik (S.43)
In Liestal wurden Wege gebaut, und einer ging "von der
Chedditefabrik der Plänetzen entlang":
"Dieser Weg ist nicht zu verwechseln mit dem Niklaus von der
Flüeweg, der 1936/37 durch ein Basler Arbeitslager erstellt
worden ist und von der Chedditefabrik der Plänetzen
entlang zur Arisdörferstrasse hinaufführt." [S.43]
Riesi, Riesiebene (S.72)
"Die schöne ebene Waldung zwischen
Böckten und Sissach auf der "Riesiebene" hat
früher den Böcktern gehört. Die Sissacher haben sie aber
ganz billig gekauft - nämlich um einen Doppelliter
Kirschwasser, das die Böcktener Gemeinderäte für sich
gefordert hatten." [S.72]
Rung (S.76)
"Er wüss es ganz ginau, wär's gsi syg, het der Steffehans
gseit. Dä Ma syg scho ne Rung gstorbe gsi, do
syg er einisch z'nacht sym Suhn [Sohn] erschiene, heig ihm
dütet, er sell mit ihm cho." [S.76]
Wasenhaus (S.83)
"In der [Jesus-Fantasie]-Weihnachtsnacht
reitet aus der Häftleten [Häfleten?] ein Mann mit einem
Schimmel. Er führt noch eine Kuh mit sich, die er beim
Wasenhaus unterhalb Tenniken verscharrt." [S.83]
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