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Treuhänder des Reichs

11. Fluchtburg Liechtenstein (Kurt Herrmann, Strohmann von Göring, wird Liechtensteiner)

Arisierte Kunst und Juwelen landen direkt in Görings Vorratslager -- Hitlers Konten in den "USA" - Görings Konten in den "USA" - unter falschen Namen -- Dr. Kurt Herrmann in Liechtenstein - der reiche "Strohmann" von Göring -- Der Koffer von Kurt Herrmann mit Wertpapieren und Bilanzen - Untersuchungen -- Die Silber- und Schmuck-Beute bei der Familie Rothschild 1940 -- Edelsteine aus Amsterdam der jüdischen Firma Ascher - Arisierungen der Juweliergeschäfte in Holland mit Herrmann als ausführende Person - keine Funde ausser ein paar Abrechnungen - keine Schuld feststellbar -- jämmerliche "USA" und Verdacht von Bestechungsaktionen zur Rettung von Nazi-Freunden

Präsentation von Michael Palomino (2013)


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aus: Peter Balzli: Treuhänder des Reichs. Eine Spurensuche. Werd-Verlag, Zürich 1997

* Die mit * gekennzeichneten Namen wurden aus Gründen des Personenschutzes vom Verfasser geändert (S.15)

[Es gilt eigentlich der Grundsatz, dass die Fluchtgelder der hohen, deutschen Nazis eigentlich dem deutschen Volk gehören und zurückgegeben werden müssen, zumindest der Prozentsatz, der ein normales Einkommen übersteigt. Ein Teil der Fluchtgelder stammt auch von Verwertungen von Raubgut des Judentums, das dem Judentum gehört. Am Ende des Kapitels sieht man, wo diese Fluchtgelder eventuell gelandet sein könnten].

<Fluchtburg Liechtenstein

Kurz vor Ende des Krieges setzen sich deutsche Financiers ins Fürstentum ab. Auch Kurz Herrmann - Görings Juwelier.

[Arisierte Kunst und Juwelen landen direkt in Görings Vorratslager]

Er war Reichsmarschall, Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generalbevollmächtigter für den Vierjahresplan und ein raffgieriger Mensch. Der morphiumsüchtige Hermann Göring galt als der Top-Nazi, der seine Stellung am konsequentesten dazu ausnutzte, grosse Reichtümer beiseite zu schaffen. Unter seiner speziellen Vorliebe für Kunstgegenstände und Juwelen litten nicht zuletzt jüdische Händler, die er oft direkt zu seinen Gunsten enteignen liess.

[Hitlers Konten in den "USA" - Görings Konten in den "USA" - unter falschen Namen]

Görings Gier gab schon sehr früh Anlass zu den wildesten Spekulationen über seine geheimen Depots im Ausland. Im April 1944 liessen die alliierten Propagandastellen durch den "unabhängigen Weltnachrichtendienst" Exchange Telegraph spektakuläre Funde melden. So soll Hitler in den USA ein Konto in der Höhe von 70.000 Dollar, die aus dem Copyright des Buches "Mein Kampf" stammten, besessen haben. Hitler habe sich davon bis Ende 1938 7000 Dollar nach Deutschland überweisen lassen. Laut Exchange Telegraph übertraf jedoch der Reichsmarschall seinen Chef um Längen.

"Göring besitzt in den USA ein Vermögen von 3.575.000 Dollar in Bargeld und einen sehr hohen Stock an Wertpapieren. Darunter befinden sich 750.000 Shares Pennsylvania Railroad, Bethlehem Steel, Illinois Central and City Service. Diese Shares wurden unter falschem Namen in einem Safe einer bekannten New Yorker Grossbank deponiert."

Er besitze ausserdem Aktien und Obligationen im Wert von 600.000 Dollar, die er ebenfalls unter falschem Namen bei der Sumitono Bank in San Francisco deponiert habe. Da hier der volle Beweis des Inhabers erbracht werden konnte, seien diese Effekten bereits verkauft worden. Schliesslich identifizierte man in einer anderen Bank 400.000 Dollar in verschiedensten Banknoten als Görings Eigentum, "die durch eine Importfirma in Chicago für den Reichsmarschall verwaltet wurden", hiess es (S.261)

in dem Bericht. Göring besitze zudem Lebensversicherungen im Wert von vier Millionen Dollar, die er mit amerikanischen, schwedischen, holländischen und schweizerischen Gesellschaften abgeschlossen habe.

Die schweizer Behörden hielten diese Meldungen für pure Fantasie. Doch die Alliierten blieben insbesondere bei Göring weiterhin am Ball. Der OSS ["amerikanischer" Geheimdienst] erfuhr im im Herbst 1944, das ein Strohmann für Göring 16 Millionen Reichsmark bei einer schweizer Bank unter dem falschen Namen Dr. Ingmann deponiert habe.


[Dr. Kurt Herrmann in Liechtenstein - der reiche "Strohmann" von Göring]

[Kurt Herrmanns Firmen in der Schweiz und im Fürstentum - der Pass in einem Safe der SBK - die schweizer Beamten wollen ihn nicht einreisen lassen]

Zur selben Zeit behandelte die Eidgenössische Fremdenpolizei "eine etwas dubiose Einreiseangelegenheit des liechtensteinisch-deutschen Staatsangehörigen Dr. Kurt Herrmann". Laut einem internen Bericht an Direktor Heinrich Rothmund vom 29. September 1944 gehörte er zur Entourage der Top-Nazis. "Herrmann ist Staatsrat, eng befreundet mit Reichsmarschall Göring und in dessen Stab tätig." Diesen Schluss zogen die Schweizer im Zusammenhang mit einem früheren Einreisegesuch, das abgelehnt worden war. Herrmann wollte damals zusammen mit seiner Sekretärin "einen mehrwöchigen Erholungsaufenthalt" verbringen. "Aus einem Telefonabhörbericht (Stab des Reichsmarschalles) entnehmen wird: 'Der Reichsmarschall interessiert sich persönlich dafür, dass er einen seiner besten Männer, den Staatsrat Herrmann, schnell wieder gesund habe und arbeitsfähig'."

Bei seinem Gesuch von Mitte September 1944 war Herrmann plötzlich wieder gesund. Der Verleger, der "jährlich seine Steuern von Fr. 2000.- in Liechtenstein bezahlte (trotzdem er nie dort wohne)", gab diesmal f¨für einen sechstägigen Besuch ganz andere Gründe an. Er wollte angeblich an den Generalversammlungen seiner verschiedenen Firmen in der Schweiz und in Liechtenstein teilnehmen. Herrmann besass in Zürich

-- die Internationale Verlags AG
-- die Transalpina AG und
-- den Buchverlag Hans Albisser.

In Vaduz gehörte ihm die Securitas AG.

Die Fremdenpolizei glaubte Herrmann jedoch kein Wort, denn die Generalversammlungen wurden schon seit fünf Jahren ohne ihn abgehalten. Dei Beamten waren überzeugt, dass er nur seinen liechtensteinischen Pass holen wollte, den er in einem Banksafe versteckt hatte. Und es war nicht schwer zu erraten, bei welcher Ban das sein musste. Als Referenzen hatte Herrmann drei Personen angegeben:

-- seine beiden Zürcher Anwälte Walter Schneider und Hans Hürlimann
-- sowie Willy Schulthess, Direktor der Schweizerischen Bodenkreditanstalt. (S.262)

[Die Antragsgesuche von Schulthess für die Einreise von Kurt Herrmann - der FL-Pass liegt im Safe]

Schulthess versuchte alles, um die Bewilligung des Gesuches zu erreichen.

Der Bankier wollte mit der Fremdenpolizei einen Handel machen. Nachdem er mit der auf zwei Tage reduzierten Aufenthaltsdauer keinen Erfolg hatte, machte er ein neues Angebot.

"Hr. Dr. Schulthess von der Schweizerischen Bodenkreditanstalt [SBKA], Zürich, telefoniert, er habe heute mit seinem Vertrauensmann in Berlin telefoniert. Danach würde es genügen, wenn Herrmann lediglich ein Aufenthalt von 3 Stunden (!) in Zürich bewilligt werde. Ja, man würde sich sogar damit zufriedengeben, wenn Herrmann lediglich der Transit St. Margrethen -Buchs mit Ausreise nach Liechtenstein bewilligt wird, um so die Möglichkeit zu haben, Herrmann seinen Liechtensteiner Pass zu übergeben. (...) Dr. Schulthess erkundigt sich sodann etwas auffallend nach den Einreisevorschriften für Liechtensteiner; ob diese ohne Visum von Liechtenstein in die Schweiz einreisen könnten", hiess es in einer Notiz zum Bericht an Rothmund.

[Herrmann in der Schweiz "nicht sehr erwünscht" - das Bürgerrecht von Liechtenstein soll die Kontensperrung gegen Deutsche verhindern]

Herrmann war in der Schweiz "nicht sehr erwünscht". Nachdem die Alliierten dem Krieg die entscheidende Wende gegeben hatten, waren Teile der Behörden vorsichtig geworden. Das galt für Personen, bei denen es sich "zweifellos um eine politische Persönlichkeit" handelte und an denen man sich so kurz vor Kriegsende nicht mehr die Finger verbrennen wollte. Allerdings gab es ein grosses Problem namens Liechtenstein. Das Fürstentum war ein perfektes Schlupfloch. Vermögensverschiebungen im Stile Ruscheweyhs unterhöhlten das schweizerisch-deutsche Clearing, und unerwünschte Personen konnten über diesen kleinen Umweg unbemerkt in die Schweiz einreisen.

Diesen Missstand in der Einbürgerungspraxis machten die Beamten im Herrmann-Bericht zum Thema. Bei diesen Neubürgern handelt es sich vielfach um unerfreuliche Elemente, die in der Schweiz nie eingebürgert worden wären." Als Beispiel wurde unter anderem der Fall Ruscheweyh angeführt. Die Fremdenpolizisten sahen für die Schweiz nur Nachteile und gaben gleich ihre Prognose ab. "Es ist nicht ausgeschlossen, dass vielleicht noch die eine oder andere politische Persönlichkeit, die sich vorsorglicherweise früher das Liechtensteiner Bürgerrecht gesichert hat, in nächster Zeit aufmarschieren wird." Man beantragte, Herrmanns Gesuch abzulehnen und den Fall an die Bundesanwaltschaft zu übergeben. Es sollte versucht werden, die Liechtensteiner zu überzeugen, Herrmann einen neuen Pass auszustellen, der für die Schweiz nicht gültig war (S.263).

[Das Absetzen nach Liechtenstein - Konten werden trotzdem gesperrt - Anwälte behaupten, Herrmann sei "nur Liechtensteiner"]

Gerüchten zufolge setzte sich Kurt Herrmann kurz vor Kriegsende, am 30. April 1945, endgültig aus Berlin nach Liechtenstein ab. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion soll er mit Görings persönlichem Wagen über die Grenze gerollt sein. Obwohl Herrmann danach immer wieder behauptete, dass er schon seit Jahren im "Ländle" wohne, mietete er in Vaduz im "Waldhotel" ein Zimmer. Seine Interessen lagen auf der Hand. Als reiner Liechtensteiner wären er und seine Firmen nicht unter die Sperre für deutsche Guthaben gefallen. Doch die Schweizerische Verrechnungsstelle kaufte dem deutschen Staatsrat seine Geschichte nicht ab. Sie blockierten sämtliche Konten. Gegen diese Massnahme strengten Herrmanns Anwälte einen Rekurs an. Sie waren der Meinung, dass ihr Klient nur Liechtensteiner sei.

In der Zwischenzeit zogen die Behörden bei den Herrmann-Firmen eine Revision durch, um festzustellen, ob deutsche Vermögen über dieses Netz "verschoben" worden waren. Nach langen Verhandlungen mit den offiziellen liechtensteinischen Stellen konnten die Beamten der Verrechnungsstelle Herrmann in seinem Hotelzimmer vernehmen. Doch der deutsche Staatsrat, der kein Deutscher sein wollte, machte nicht mit [bzw. machte erst nach ein paar Fragen mit]. 

"Herrmann weigerte sich von Anbeginn, ohne Rechtsbeistand, der ihm selbstverständlich nicht gewährt wurde, Auskunft zu erteilen. Es musste ihm Wort für Wort abgenommen werden", heisst es im Revisionsbericht vom 28. Januar 1946. Dennoch verstrickte er sich in Widersprüche. Obwohl er sich als reiner Liechtensteiner verkaufte, gab er zu, dass er vor der Einreise seinen geschäftlichen und persönlichen Mittelpunkt in Deutschland gehabt habe.


[Der Koffer von Kurt Herrmann mit Wertpapieren und Bilanzen - Untersuchungen]

[Der Koffer von Herrmann: Aktien, Vermögensaufstellungen, Bilanzen der Firmen - und ein Papier über Edelsteine]

Herrmann wurde gezwungen, seinen Koffer zu öffnen. Dabei fanden die Beamten stapelweise interessante Aktien. Wie es sich für einen Flüchtling gehört, hatte er seine sämtlichen persönlichen Papier bei sich. darunter befanden sich auch Vermögensaufstellungen sowie die Bilanzen und Erfolgsrechnungen seiner Firmen - jeweils in verschiedenen Ausführungen. Eine geheimnisvolle Akte interessierte die Verrechnungsstelle ganz speziell.

"Herr Dr. Herrmann erklärt, dass keinerlei Edelsteine von ihm sich in der Schweiz befinden. Die Notiz auf act. 50 betr. 'Edelsteine, wo persönlich am besten verwahren wegen Zuschrift' beziehe sich auf die Frage, ob aus Deutschland Berichte darüber erhältlich sind. Die weitere Bemerkung 'Verwertung? Frankreich, Amerika' beziehe sich darauf, dass, wenn die Edelsteine nicht gestohlen seien, sie später in den angegebenen Ländern verwertet werden könnten."

Die (S.264)

Frage nach den Diamanten sollte die Schweizer später noch eingehender beschäftigen.

["Ausgehöhlte" Firmenkonten - kaum Firmenvermögen vorhanden]

Die Beamten der Verrechnungsstelle kamen möglicherweise zu spät. Als sie nach dem Verhör mit Multimillionär Herrmann zusammen bei der Bank in Liechtenstein nach Konten suchten, wurden sie zwar fündig, aber die Höhe des Betrages liess tief blicken. Der Safe seiner Securitas AG war leer, und der Kontostand betrug exakt 47,50 Franken. Auch in den weiteren Untersuchungen bei den beiden Anwälten Schneider und Hürlimann in Zürich war alles auffällig unauffällig. Herrmann, der mit der Universalen Verlags Ag (Uvag) eines der grössten Verlagshäuser des Reiches besass, liess alle seine Firmen in der Schweiz und in Liechtenstein durch die zwei Anwälte verwalten. Bankbeziehungen bestanden zur Zürcher Privatbank Guhl & Cie., der Schweizerischen Kreditanstalt [SKA, heute CS], der Zürcher Kantonalbank [ZKB] und der Eidgenössischen Bank [Eiba]. Bei der Revision der entsprechenden Bilanzen, die die Anwälte nach anfänglicher Weigerung schliesslich vorlegten, fanden die Schweizer keinen einzigen Anhaltspunkt für verdeckte Transaktionen. Im Gegenteil. So wirkte beispielsweise die Securitas regelrecht "ausgehöhlt", angeblich wegen erzwungener Rückführungen ins Reich. Offiziell war Herrmann somit ein Opfer der deutschen Behörden.

[Eine Prunkvilla in Bordighera in Italien an der französischen Grenze - und Ex-Bankpräsident Schacht hat Herrmann am Prozess von Nürnberg belastet]

Ob die Beamten die echten Bücher oder nur die gesäuberten Rechnungen zu Gesicht bekamen, ist bis heute nicht geklärt. Jedenfalls wurden sie den Verdacht nicht los, dass Herrmann im Dienste Görings stand. Insbesondere bei der Revision der Transalpina Immobiliar AG, deren Vizepräsident der Zürcher Anwalt Wilhelm Frick war, äusserten sie schwerwiegende Verdächtigungen. Hauptaktivum war eine Prunkvilla im italienischen Bordighera, die Herrmann durch die Vermittlung Fricks von einem englischen Juden namens Sieger 1941 gekauft hatte. In den Handel waren auch der Göring nahestehende Regierungsrat Wilhelm Oeding und Willy Schulthess von der SBK [Schweizerische Bodenkreditanstalt] verwickelt.

[Die Verrechnungsstelle schrieb]:

"In der Villa in Bordighera sollen sich nach Angaben von Herrmann auch einige Kunstgegenstände befinden, wobei unsererseits selbstverständlich nicht abgeklärt werden konnte, ob dieselben nicht etwa Göring zustehen, nachdem Herrmann in Göring einen guten Freund besass. Der frühere Reichsbankpräsident Schacht soll nämlich in Nürnberg bei der ersten Einvernahme gesagt haben: 'Wenn Ihr wissen wollt, wo sich die Vermögenswerte von Göring befinden, dann müsst Ihr Dr. Herrmann fragen'.," schrieb die Verrechnungsstelle (S.265).

Die Schweizer wunderten sich auch, dass der schwerreiche Herrmann nach den vorgelegten Bilanzen angeblich nur ein kleines Vermögen besass.

[1939 hatte Herrmann 80 Millionen RM Vermögen - und nun 1946 verleugnet er sein Vermögen]

"An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass Herrmann zu Beginn des Krieges über ein Vermögen von rund 80.000.000 RM verfügte. ...) Noch im Mai 1944 wurden im Auftrage von Herrmann durch die Fokker-Flugzeugwerke in Amsterdam für ca. 2,5 Millionen hfl. [holländische Gulden, "Florentiner"] Mietshäuser, ein Kino und ein Geschäftshaus erworben", meinten die Revisoren. Später sagten Vertreter der Fokkerwerke aus, dass Herrmann die Immobilien für Görings Luftfahrtministerium gekauft habe.

Seine Verbindung zum Reichsmarschall dementierte der Verleger in verschiedenen Verhören kategorisch. Er behauptete, dass ihm der Titel als Preussischer Staatsrat zu seinem 50. Geburtstag von Göring verliehen worden sei, ohne dass er "danach trachtete". Er habe ihn verschiedentlich abgelehnt. Doch dann konnte er nicht mehr, weil er sonst sein "Leben aufs Spiel" gesetzt hätte. Selbstverständlich will Herrmann den Ehrensold in der Höhe von 6000 Reichsmark abgelehnt und auch sonst nichts mit Göring zu tun gehabt haben. Er sah sich gar als Opfer der Nazis. Auszug aus einem Verhör vom 14. Februar 1946:

"Ich möchte hier nochmals ausdrücklich erklären, dass ich zu Göring keine freundschaftlichen oder engeren Beziehungen gehabt habe, sondern dass meine Beziehungen sich darauf beschränkten, Schutz gegen Übergriffe der Nazis mir und meinen Unternehmen gegenüber zu schaffen. Göring hatte eine gewisse Sympathie mir gegenüber, weil er gesehen hatte, mit welchen Mitteln ich uneigennützig Bestrebungen unterstützt habe, die ihm nahelagen, wie Naturschutz, Jagd etc."

Die heftigen Dementis von Herrmann kamen nicht von ungefähr. Denn die Schweizer interessierten sich nicht nur für ihn, weil er für Nazigeldverschiebungen

-- eine optimale Infrastruktur,
-- optimale Beziehungen und
-- einen optimalen Pass besass.


[Die Silber- und Schmuck-Beute bei der Familie Rothschild 1940]

[Der Verdacht der Verwertung von geraubten, jüdischen Diamanten]

Herrmann wurde auch verdächtigt, für Göring geraubte Diamanten gehandelt und nach Liechtenstein verschoben zu haben.

Der mutmassliche Busenfreund des Reichsmarschalls entschloss sich 1938 zu diversifizieren. Neben seinem Grossverlag für Modezeitschriften stieg Herrmann plötzlich ins Diamantengeschäft ein und kaufte mit der Firma Gebrüder Friedländer den grössten Juwelier in Berlin. Besitzer war der Jude Walter Hertz. Auch hier handelte Herrmann nach eigenen Angaben wie ein Regimegegner und Menschenfreund ?]. "Der Inhaber (S.266)

dieses Geschäftes, Hertz, kannte mich als einen seiner Kunden und fragte mich an, ob ich nicht bereit wäre, sein Geschäft zu übernehmen, d.h. abzukaufen. Da ich in Zürich noch Devisen zur Verfügung hatte und diese von der Devisenstelle von mir zur Ablieferung verlangt wurden, dachte ich diese Devisen für ein Geschäft verwenden zu können, um die Ablieferung zu verhindern", meinte Herrmann in einem Verhör mit der Verrechnungsstelle. "Meine Vereinbarung mit Hertz ging dahin, bzw. Hertz stellte die Bedingung, dass das Geschäft erst perfekt sei, wenn er mit seiner Familie in Amsterdam wohlbehalten angekommen sei. Ich half ihm noch, die nötigen Passformalitäten zu erfüllen. Hertz lebt nun meines Wissens gegenwärtig in Amerika. Er war mit der Transaktion sehr zufrieden, wie ich von einem Angestellten Hertz' vernommen habe. Ich habe den von Hertz verlangten Preis ohne Handeln angenommen."
[Der Deal: Das "Trinkgeld" für den "Verkauf" der Bijouterie im Gegenzug für die Papiere zur Auswanderung
Diese Version ist möglich.
Der Deutsche Hilfsverein Deutscher Juden organisierte zum Beispiel die Auswanderung deutscher Juden in die "USA". Die Medien jedoch verschwiegen ab 1944 die organisierte Auswanderung und behaupteten einfach, es seien "6 Millionen Juden ermordet worden", um Deutschland zu verteufeln. Auch der Freundschaftsdienst für die Auswanderung und ein "Trinkgeld" für die Beschaffung von Papieren ist nichts Ungewöhnliches. Leider sieht dies der Verfasser nicht, sondern urteilt gegen Herrmann]:
[Herrmann ist der "Strohmann" von Göring - Herrmann erhielt die arisierte Goldschmiedekunst - Herrmann soll Teile des Schmucks der Bankiersfamilie Rothschild in Paris erhalten haben - Göring verteilte...]

Dass Hertz "Bedingungen" stellen konnte, ist angesichts der Umstände ziemlich unwahrscheinlich. Vielmehr wurde das bekannte Juweliergeschäft unter den Linden gemäss deutschen Akten arisiert und der Name geändert. Der Befehl kam von ganz oben. Den Beweis liefern Anweisungen aus Görings Stab sowie ein Auszug aus einer schriftlichen Erklärung von Ministerialdirektor Josef Mayer zuhanden des Verteidigers des ehemaligen Reichsfinanzministers Graf Schwerin von Krosigk im Nürnberger Prozess. "Auf meine Frage, wer Staatsrat Dr. Herrmann sei und wo ich ihn erreichen könne, zeigte der Minister [Krosigk] sich sehr erstaunt, dass ich das nicht wisse, und erklärte mir, Herrmann sei der Strohmann Görings in der zu seinen Gunsten arisierten Deutschen Goldschmiedekunst (früher Friedländer)."

Doch Mayer packte noch mehr aus. Herrmanns Geschäft, dessen genauer Name Deutsche Goldschmiedewerkstätten war, soll sich vor allem mit der Verarbeitung gestohlener Schmuckstücke befasst haben. Mayer erinnerte sich an Herrmanns Aussage, die sich auf die von der Pariser Bankiersfamilie Rothschild gestohlenen Juwelen bezogen hatte:

"Dr. Herrmann gab (...) folgende Schilderung des Herganges: Er sei eines Tages mit seinem Prokuristen zu Göring gerufen worden, der vor einem grossen, mit Schmuckstücken belegten Tisch gesessen habe. Die Schmuckstücke seien in (...) sieben Partien aufgeteilt gewesen. Göring habe eine grosse Geste über den Tisch gemacht und erklärt, die erste Partie sei für ihn und seine Freunde, die zweite für die deutsche Goldschmiedekunst. (...) Göring habe ihm die Weisung erteilt (S.267),

dass die der Deutschen Goldschmiedekunst zugewiesenen Stücke so vollständig umgestaltet werden müssten, dass ihre ursprüngliche Form nicht mehr erkennbar sei." Herrmann soll danach 1,8 Millionen Reichsmark für die Juwelen gezahlt haben.

Tatsächlich hatten die Nazis bei den Rothschilds gründlich abgeräumt. Laut einer internen Aufstellung des Reichsfinanzministeriums (RFM) umfasste die Beute des Devisenschutzkommandos

-- zwei Kisten mit umfangreichem Silberbesteck,
-- mehrere Dutzend Brillanten und Goldschmuckstücken
-- sowie Perlenketten und Platinschmuck.

Was Göring nicht für sich selbst behielt, wurde verwertet. "Der Erlös solle einem besonderen Fonds zugeführt werden, über den der Reichsmarschall noch nähere Mitteilung machen werde", hiess es in einer internen Notiz des Reichsfinanzministeriums vom 26. März 1941. Nov der Rothschild-Affäre erfuhren die Alliierten nach dem Krieg auch durch ein Verhör mit "Fräulein Limberger", Görings Sekretärin. Sie bestätigte, dass Herrmann einen Teil der Beute übernommen habe. Andere Partien seien vermutlich an Hitlers Juweliere weitergegeben worden.


[Edelsteine aus Amsterdam der jüdischen Firma Ascher - Arisierungen der Juweliergeschäfte in Holland mit Herrmann als ausführende Person - keine Funde ausser ein paar Abrechnungen - keine Schuld feststellbar]

Die schweizer Behörden interessierten sich allerdings weniger für die Rothschild-Juwelen als vielmehr für Herrmanns Geschäfte in Holland. Die Deutschen Goldschmiedewerkstätten, die für den Prunkfetischisten Göring auch den berühmten Ehrendegen angefertigt hatten, kauften Anfang des Krieges regelmässig Diamanten bei der jüdischen Firma Ascher in Amsterdam. Ascher war schon vor der Arisierung der Goldschmiedewerkstätten jahrelang Lieferant von Hertz gewesen. "Die Verbindung mit Ascher in Amsterdam rührte schon von vor der Nazi-Regierung her. Es handelte sich um eine alte Geschäftsverbindung", bestätigte Herrmann im Verhör. Sein Verhältnis zu Ascher war angeblich äusserst herzlich. "Meine Beziehungen zu Ascher waren auch freundschaftlicher Natur, und Ascher wusste genau, dass ich kein Nazi war. Und er hat mit mir auch die Sicherung seiner Söhne besprochen, und ich habe ihm Ratschläge erteilt."

Hinter den Geschäften mit Ascher vermuteten die Schweizer Göring als Auftraggeber. Dennoch dementierte Herrmann und hielt eine harmlose Erklärung bereit:

[Göring hat bei Ascher eine offene Rechnung über ca. 35.000 Gulden]

"Ascher sagte mir zwar, dass Göring einmal bei ihm gewesen sei und für ca. 35.000 Gulden Edelsteine gekauft habe und die Rechnung stünde noch offen. Ascher sagte mir das etwa 5 Monate, nachdem Göring den Kauf getätigt und die Steine mit sich genommen hatte. Als ich zufällig von de dortigen Dienststelle, die den Edelsteinhandel (S.268)

zu kontrollieren hatte, eine Kritik über dieses Geschäft hörte,insbesondere über den Umstand, dass Göring bei einem Juden kaufe und nicht einmal bezahlt habe, regelte ich die Sache bei Ascher im Rahmen meines Kontingentes."

[Auch diese Lösung eines Problems ist durchaus möglich, müsste sogar beweisbar sein. Aber nun kommt der Hauptpunkt gegen Kurt Herrmann]:

[Herrmann führte in Holland die Arisierungen von Juweliergeschäften durch - Abrechnungen mit Herrmanns Unterschrift]

Mit dieser Aussage konnte er sich allerdings nicht aus der Affäre ziehen. Noch im Herbst 1947 beschäftigte sich die Verrechnungsstelle mit seinen fragwürdigen Edelsteingeschäften. Am 6. November [1947] teilte sie dem Eidgenössischen Politischen Departement [schweizer Aussenministerium] mit, dass nach Angaben holländischer Funktionäre "Dr. Herrmann bei der Verschiebung von beträchtlichen Posten Diamanten, die holländischen Juwelieren während der Besetzung unter Druck weggenommen wurden, mitgewirkt habe". [Die Diamanten stammten oft aus Südafrika, ein weniger bekanntes Fluchtland des Judentums]. Als Beweis hatten die Holländer Abrechnungen geliefert, die "angeblich" die Unterschrift von Herrmann trugen. Die Dokumente belasteten ihn schwer, es handelte sich um Geschäfte im ganz grossen Stil. So habe er einen Kauf von Brillanten im Wert von einer Million Reichsmark abgewickelt, der mit der "Zustimmung der zuständigen Behörden gemäss telefonischer Vereinbarung vom 8.11.1941 des Staatsamtes Reichsmarschall mit dem Herrn Reichskommissar Reichsminister Dr. Seyss-Inquart" erfolgt sei.

Auf einer anderen Abrechnung fand sich eine weitere belastende Notiz: "Waren im Auftrag des Herrn Reichsmarschall Hermann Göring, ausgehändigt an Herrn Dr. Kurt Herrmann (Wert hfl. 98.000.- und hfl. 72.789.-)."

Doch der Grossverleger kam auch angesichts der heissen Akten nicht ins Schwitzen. Für ihn war alles ein Missverständnis. Kühl erklärte er, diese Vermerke seien nur angebracht worden, um Schwierigkeiten aus der Überschreitung der festgesetzten Bezugskontingente zu vermeiden. Bereits früher hatte er zudem immer wieder beteuert, dass er keine Steine nach Liechtenstein verschoben habe. Es gäbe dort überhaupt keine Vermögen, die auf ihn oder einen seiner Anwälte lauten würden.

[Wo aber dann all die Juwelen und deren Gegenwert geblieben ist, müsste doch Kurt Herrmann wissen. Er wollte aber nichts sagen].

In ihrem Brief vom 6. November 1947 machte die Verrechnungsstelle aber noch auf eine andere Tatsache aufmerksam. Aufgrund der ergebnislosen Verhöre mit Herrmann hatte sie dem EPD [schweizer Aussenministerium] schon vor Monaten "anheim" gestellt, "auf diplomatischem Wege mit den zuständigen holländischen Stellen in Verbindung zu treten". Die Verrechnungsstelle hörte danach lange Zeit nichts, worauf sie am 15. August 1947 nochmals ans EPD gelangte, um, "wenn irgendwie möglich, die nötigen (S.269)

Schritte zur Abklärung der Angelegenheit zu unternehmen." Bern schrieb lapidar zurück, dass die schweizerische Gesandtschaft in Den Haag orientiert worden sei, dass jedoch die beiden holländischen Funktionär nie eine Anfrage an die Gesandtschaft gestellt hätten. Das EPD erachtete es "nicht für angezeigt, den Fall Herrmann erneut aufzugreifen."
[Der Bestechungsverdacht
Inzwischen hatte die Schweiz 1945 bis 1947 den meisten Nazi-Grössen zur Flucht nach Süd-"Amerika" verholfen. Es ist anzunehmen, dass da einige geraubte Diamanten und hohe, geheime Geldbeträge als Bestechung "gelaufen" sind, vielleicht geheime Konten in Argentinien für schweizer Beamten...]

Die Verrechnungsstelle gab sich nicht geschlagen. Sie wollte vor Ablauf der Eingabefrist für Raubgutklagen [Ende 1947] weitere Beweise haben und forderte das EPD in ihrem Brief nochmals auf, die "notwendigen Schritte einzuleiten. "Ein solches Vorgehen scheint uns schon deshalb angebracht, weil Dr. Herrmann die Diamantenbezüge sowie auch bestimmte Beziehungen zu Göring nicht in Abrede stellte." Doch die Berner Diplomaten waren für einen solchen Vorstoss die falsche Adresse. Trotz aller Indizien taten sie alles, um die Untersuchungen subtil abzuwürgen. Bereits am 14. November 1947 gab das EPD dem Präsidenten der Verrechnungsstelle höflich, aber bestimmt zu verstehen, dass an die Wünsche seiner Beamten nicht erfüllen will. Die Tatsachen, dass die Holländer von sich aus seit 1946 keine weiteren Akten geliefert hatten, genügte dem EPD als Beweis für die Nicht-Existenz einer Affäre Herrmann. Vielmehr gingen die Diplomaten davon aus, dass die Vermögenssperre gegen ihn Ende des Jahres automatisch fallen werde, wenn bis dahin beim Bundesgericht nichts vorliegt. Tatsächlich fand ein Prozess nie statt.

Herrmann hatte es geschafft. Ihm konnten weder Verschiebungen von Nazi-Geldern noch der Handel mit geraubten Diamanten nachgewiesen werden. Er galt offiziell als unschuldig und die Sperre wurde aufgehoben.
[Vielleicht hat er mit Diamanten gewisse, hohe, schweizer Personen geschmiert und noch andere Nazi-Grössen mit seinen Diamanten gerettet. Auch die Einrichtung geheimer Konten für schweizer Beamte in Argentinien scheint durchaus möglich...]

Wie alle seine liechtensteinischen Kollegen kam damit auch er ungeschoren davon. Zwar soll er in der russischen Zone in Abwesenheit als Hauptkriegsverbrecher verurteilt worden sein, doch das musste ihn nicht kümmern. In Westdeutschland erreichte er seine Entnazifizierung, was für ihn und einen grossen Teil seines Vermögens entscheidend war. Herrmann konnte in aller Ruhe im Ländle seinen Lebensabend geniessen und starb am 4. November 1959.

Die schweizer Firmen wurden sukzessive liquidiert oder - wie die Transalpina - in den siebziger Jahren verkauft. Seine zweite Frau und ehemalige Sekretärin gründete 1985 in Vaduz die "Kurt und Senta Herrmann Stiftung", die medizinische Forschungsprojekte unterstützt und Menschen hilft, "die unverschuldet in Not geraten sind." (S.270)
[ein leuchtendes Vorbild, wie Reiche einen kleinen Teil ihres Geldes verteilen sollten].

Herrmann bleibt ein Mysterium und steht gleichzeitig für die in weiten Teilen ungeklärte Rolle des Fürstentums Liechtenstein im Zweiten Weltkrieg. Auf Anfragen reagieren seine noch lebenden Angehörigen ausgesprochen gereizt. Ursula Herrmann, die seit Jahren in der ehemaligen DDR auf dem Prozessweg zahlreiche Grundstücke ihres Schwiegervaters zurückfordert,meint frostig: "Ich sage dazu kein Wort."

[Ergänzung: Jämmerliche "USA" und Verdacht von Bestechungsaktionen zur Rettung von Nazi-Freunden

Kein Wort zu sagen haben die Menschen in der DDR gelernt, um zu überleben. Gleichzeitig drängt sich wirklich der Verdacht auf, dass von Kurt Herrmann aus grosse Bestechungssummen und Diamanten nach Bern geflossen sind, um befreundete Nazi-Grössen über Bern nach Argentinien auszuschleusen. Ausserdem

-- hatten die "USA" im letzten halben Jahr die Hälfte der Städtezerstörungen begangen, ohne jeden strategischen Grund
-- wollten die "USA" Deutschland nicht nur "6 Millionen ermordete Juden" mit falschen Leichenbergen von den Rheinauen und aus deutschen Städten aufhalsen, sondern
-- wollten Deutschland auch noch als Agrarland.

Diese drei - von Zionisten in den "USA" Deutschland aufgezwungenen "Daumenschrauben" ergaben in der Schweiz sicher keine Sympathien zu den kriminellen Amis, sondern bescherten den Ex-Nazis wiederum Sympathien. Ausserdem ist es möglich, dass dann für den Wiederaufbau von Deutschland Geldsummen aus Argentinien nach Deutschland zurückgeflossen sind. Untersuchungen fehlen oder sind unbekannt. Gleichzeitig erwarben sich die Zionisten eine "Entschädigung" für "6 Millionen ermordete Juden" und bauten damit das 1948 ohne feste Grenzen gegründete zionistische Israel gegen die muslimische Welt auf, gaben den armen Juden in der Welt aber nichts. Wie viele Kinder und Enkel Wiedergutmachung in Deutschland bezogen haben, ohne in einer Notlage zu sein, wurde 2006 bekanntgeben. Somit kann man bei dieser Betrugslage, die zum grossen Teil von den "amerikanischen" Zionisten verursacht worden ist, tatsächlich nichts mehr sagen, weil die deutsche und die schweizer Justiz die Zionisten schützen. Dies zu sagen ist offiziellen Historikern in Deutschland und der Schweiz aber bis heute untersagt. Die Justiz scheint ebenfalls bestochen...]

 
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